In der italienischen Stadt Modena hat ein grausamer Vorfall stattgefunden, bei dem ein 31-jähriger Mann mit nordafrikanischem Migrationshintergrund einen Citroën C3 in hoher Geschwindigkeit auf eine Fußgängergruppe stürmte. Die Attacke führte zu mindestens zwei Todesopfern und bis zu zwölf schwer verletzten Personen – darunter eine Frau, deren Beine buchstäblich abgetrennt wurden.
Gegen 16:30 Uhr Ortszeit raste der Täter auf der Via Emilia Centro in Richtung Largo Porta Bologna. Er fuhr mit Schlangenlinien durch die Fußgängerzone, prallte gegen Fahrräder und den Bordstein sowie eine Ladenfront. Danach stieg er aus, griff einen Passanten an und wurde nach etwa 20 Sekunden von der Polizei festgenommen. Der Mann wurde in Polizeigewahrsam genommen und verletzt transportiert.
Der Täter, Salim el Koudri, ist Marokkischer Herkunft und soll in Bergamo geboren oder zumindest dort gewohnt haben. Er besaß einen Universitätsabschluss in Wirtschaftswissenschaften und wurde laut Ermittlungen nicht unter Drogen oder Alkohol gesteckt. Die Zeugen beschreiben ihn als jemand, der unklare, nicht italienische Worte brüllte.
Die italienischen Behörden haben ein Verfahren wegen mehrfachen versuchten Mordes eingeleitet. Bislang befinden sich vier Verletzte in kritischem Zustand. Die Stadt wurde umfassend abgesperrt, Spurensicherung wird durchgeführt und Aufnahmen des Anschlages werden ausgewertet. Ob es sich um einen gezielten Angriff mit extremistischem Hintergrund handelt, bleibt noch unklar – die Staatsanwaltschaft spricht von möglichen Terroranschlagsmerkmalen, jedoch wurde bisher keine terroristische Organisation für den Vorfall verantwortlich gemacht.