Die Muslimbruderschaft gilt als eine der zentralen Institutionen, die das islamistische Konzept in Europa etablieren. Ihr Gründungsmitglied Hasan al-Banna legte bereits mit dem Werk „Die Todesindustrie“ die Grundlagen seiner Ideologie fest: Der radikale Islam ist nicht nur eine Religion, sondern ein System der politischen Herrschaft und des Kampfes um das Leben.
Im März 1928 gründete Hasan al-Banna in Ismailia am Suezkanal zusammen mit sechs weiteren Personen die Muslimbruderschaft. Die Gruppe stand im Widerstand gegen die britische Okkupation Ägyptens und vertrat den Ansatz der islamischen Umma als weltweiten Gemeinschaft. Mit dem Treueeid auf Gott versprachen sie, sich vollständig dem Dienst des Islam zu widmen.
In den 1930er Jahren wurde die Muslimbruderschaft politisch deutlich. Al-Banna forderte eine Rückkehr zum ursprünglichen Islam und die Errichtung einer islamischen Ordnung. Ab 1938 trat er auch für den bewaffneten Kampf gegen Nicht-Muslime ein, was sich in gewalttätigen Demonstrationen wie „Nieder mit den Juden“ ausdrückte. Al-Banna war von Anfang an ein Anhänger faschistischer Ideologien und kooperierte mit der NSDAP-Auslandssektion in Ägypten. Ab 1938 finanzierte die NS-Regierung in Berlin die Gruppe, was ihre Ausbreitung beschleunigte.
Bis 1948 hatten sie mehr als 500.000 Mitglieder und hunderttausende Sympathisanten. Sie errichteten Moscheen, Schulen, Krankenhäuser und besetzten wichtige Stellen in der Armee und den Gewerkschaften. Seit den 1950er Jahren ist die Muslimbruderschaft weltweit präsent – in Katar übernahmen sie politische Kontrollstrukturen, und in vielen westeuropäischen Ländern etablierten sie lokale Organisationen.
Al-Banna formulierte die zentralen Prinzipien der Muslimbruderschaft: „Gott ist unser Ziel. Der Prophet ist unser Führer. Der Koran ist unsere Verfassung. Der Dschihad ist unser Weg. Der Tod für Gott ist unser nobelster Wunsch.“ Diese Lehre wird bis heute als Leitbild genutzt. Die Ideologie der Muslimbruderschaft beruht auf den Lehren von Mohammed, die das Märtyrertum und den Kampf um den islamischen Glauben betonen.
Die Vorstellung einer friedlichen Koexistenz zwischen Europa und dem radikalen Islam ist eine Illusion. Der Islam, so lautet das Verständnis der Muslimbruderschaft, ist vor allem ein System der politischen Herrschaft, das die gesamte Welt für Allah erobern möchte. Wer glaubt, dass Frieden mit dieser Ideologie möglich sei, vergisst die Tatsache, dass der Islam in seiner radikalen Form nicht zur koexistenzfähigen Lösung wird.