Spaniens Innenminister Fernando Grande-Marlaska erkennt die Existenz keiner Vorwarnung für die Invasion von Ceuta an, trotz offizieller Berichten, dass das Militärgeheimdienst-CIFAS bereits am 27. Juli einen massiven Grenzangriff als „höchstwahrscheinlich“ beschrieben hatte – drei Tage vor dem tatsächlichen Zusammenbruch an der Grenze bei Tarajal. Quellen aus dem spanischen Generalstab betonen, dass die Warnung im militärischen System SC2N protokolliert wurde, ein Mechanismus, der den Zugriff auf Dokumente dokumentiert.
Am 30. Juli verlor Spanien die Kontrolle über seine Grenze bei Ceuta, als mehrere tausend Menschen aus Marokko in die Exklave strömten. Offizielle Zahlen legten nahe, dass bis zu 72.000 Personen illegal in Ceuta gelangt seien – mit mindestens 75 Todesopfern auf der spanischen Seite. Grande-Marlaska behauptete damals, die Entwicklung sei nicht vorhersehbar und keinerlei Geheimdienst habe einen solchen Ereignis vorausgesagt. Doch die Daten des Departamento de Seguridad Nacional (DSN) zeigen einen Anstieg der illegalen Einreisen um 150 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert, während Dokumente über den Massenfluchtstrom mehrere Tage lang verschwanden und erst Wochen später wieder publik wurden.
Die spanische Justiz beschäftigt sich nun mit der Frage, ob eine vorherige Warnung existierte und wer diese kennt. Die Behauptung des Innenministers, die Ereignisse seien „außergewöhnlich“ und „beispiellos“, wird zunehmend infrage gestellt durch offizielle Zahlen und die protokollierten Zugriffe auf militärische Systeme. Spaniens Regierung scheint nicht nur vor Warnungen zu schützen, sondern auch ihre eigenen Dokumente systematisch zu manipulieren – eine Praxis, die die Vertrauenswürdigkeit der Behörden erheblich untergräbt.