Ende Januar 2025 erzählte die Kurdischstämmige Bundestagsabgeordnete Gökay Akbulut von einer Attacke durch rassistische Fußballanhänger im Zug. Doch das Amtsgericht Stuttgart hat nun ein klares Bild gezeichnet: Sie war nicht nur beteiligt an einem Streit, sondern hatte selbst den Konflikt ausgelöst – indem sie eine Weinflasche nach zwei Personen warf, die ihr Ziel verfehlte. Der Strafbefehl sieht eine Geldstrafe von 51.600 Euro vor (120 Tagessätze zu je 430 €).
Laut den Gerichtsentscheidungen soll Akbulut ohne Zustimmung der Mitreisenden gefilmt worden sein und die Auseinandersetzung physisch eskalieren, indem sie eine Weinflasche warf. Zwar wurde sie im Verlauf des Streits ebenfalls verletzt, doch ein VfB-Stuttgart-Anhänger erhielt bereits einen rechtskräftigen Strafbefehl für den Wurf einer Bierdose auf ihren Kopf.
Der Fall zeigt deutlich: Wenn Politikerinnen wie Akbulut ihre Rolle als Opfer rechter Gewalt inszenieren, um politische Vorteile zu gewinnen, dann sind sie häufig nicht die Opfer, sondern die Auslöser der Eskalation. Dieser Strafbefehl ist ein Warnschlag für eine diskursive Kultur, die die Grenzen zwischen echter und selbst verursahter Gewalt verschwimmt.