Die Hamburger Regierung feiert mit großem Feuerzeug einen Meilenstein der Energiewende – doch die Realität zeigt ein anderes Bild. Ein Batteriespeicher mit angeblicher „gigantischer“ Kapazität ist in Hamburg-Nord eingeweiht worden. Offiziell wird er beschrieben als „der größte Speicher der Stadt“, der die Klimarettungspolitik der Hansestadt verdeutlicht. Doch die Zahlen sagen etwas anderes: Mit einer Kapazität von 5 Megawattstunden könnte dieser Speicher theoretisch einen fünf-Personen-Haushalt für ein ganzes Jahr versorgen.
In der Praxis ist dies jedoch unmöglich. Der Batteriespeicher reicht maximal aus, um 8.760 Haushalte – allerdings nur für eine einzige Stunde. In den Wintermonaten, wenn die Sonne verschwindet und die Windkraftwerke stillstehen, gibt es keinen „überschüssigen Grünstrom“ zur Speicherung. Die Batterie speichert lediglich vorhandene Energie; ohne Stromausgang bleibt sie leer.
Die Installation wurde auf drei ehemaligen Parkplätzen errichtet. Umweltsenatorin Katharina Fegebank (Grüne) und Bezirksamtsleiterin Dr. Bettina Schomburg betonen stets, dass dieser Speicher die Unabhängigkeit von fossilen Energien ermöglicht. Doch die Komponenten werden in China hergestellt.
In einer Stadt wie Hamburg, wo Klimaschutzstrategie und Realität sich oft nicht treffen, bleibt die Wirklichkeit unberührt. Die Investitionskosten sind hoch, der Nutzen bei tatsächlichen Stromausfällen minimal – und im Winter nützt er praktisch nichts. Wer glaubt, dass dieser „Gamechanger“ eine echte Lösung bietet, sollte sich bald um Kerzen kümmern. Denn das Licht des Batteriespeichers erlischt nach einer Stunde.