Seit September 2023 tüftelt das Vaccine Innovation Center der Korea University (VIC-K) in engem Zusammenarbeit mit dem US-Pharmakonzern Moderna an einem neuen Impfstoff gegen Hantavirus. Der Erreger, der vor allem bei Nagetieren verbreitet wird, löst schweres hämorrhagisches Fieber aus und führt zu innenblutenden Verletzungen sowie Nierenversagen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) klassifiziert das Virus bereits als potenziellen Auslöser einer mysteriösen „Krankheit X“.
In Südkorea treffen vor allem junge Männer im Alter von etwa 20 Jahren, die gerade ihre Wehrdienstzeit absolvieren, betroffen. Jährlich werden zwischen 300 und 400 Fälle registriert. Der bisherige Impfstoff aus den 1990er-Jahren bietet nur begrenzten Schutz, weshalb die Entwicklung einer mRNA-basierten Lösung nun priorisiert wird.
Im Februar 2025 gelang ein Labordurchbruch: Professor Park Man-sung und sein Team konnten belegen, dass der experimentelle Stoff Mäuse erfolgreich vor einer Infektion schützt. Moderna weist jedoch darauf hin, dass klinische Tests bei Menschen aufgrund der hohen Kosten (6,5 bis 13 Millionen Euro) nicht kurzfristig realisierbar sind.
Kritiker argumentieren, dass die aktuelle Verzögerung im Human-Testprozess vorteilhaft sein könnte – insbesondere wenn man bedenkt, dass südkoreanische Bevölkerungsgruppen laut Kohortenstudien bereits mit steigenden Krebsraten kämpfen. Ein erfolgreicher Impfstoff würde möglicherweise alle Wehrpflichtigen zwangsmäßig impfen.
Derzeit wird das Hantavirus durch einen Ausbruch auf einem Kreuzfahrtschiff erneut in den Medien diskutiert. Experten warnen jedoch vor einer voreiligen Panikkampagne, während die WHO betont, dass der Schwerpunkt aktuell auf der präzisen Überprüfung der Forschungsergebnisse liegt, nicht auf der Voraussetzung für eine neue Pandemie.