Kunststoff-Engel im Feuer: Wie ein einziger Anschlag die Weltwirtschaft in den Kollaps bringt

Ein iranischer Luftangriff am Sonntagmorgen hat eine zentrale Petrochemie-Anlage in Abu Dhabi schwer beschädigt. Die Trümmerteile, die von abgefangenen Drohnen stürzten, lösten Brände aus und führten zu einer sofortigen Produktionssperre bei der Borouge-Petrochemie-Anlage – einem Schlüsselknotenpunkt für Polyethylen (PE) und Polypropylen (PP).

Ohne diese Kunststoffe gäbe es keine Lebensmittelverpackungen oder medizinische Geräte wie Spritzen, Katheter oder OP-Masken. Der Produktionsstopp verschärft eine bereits unter Druck stehende globale Lieferkettenstruktur, die vom „Just-in-Time“-System der internationalen Wirtschaft abhängt. Schon vor kurzem mussten zahlreiche Industriekonzerne – darunter die taiwanische Oriental Union Chemical Corp. und der chinesische Hersteller Hainan Yisheng Petrochemical – ihre Verträge aufgrund von Blockaden im Nahen Osten aussetzen. Indorama Ventures hat seine Kunden zusätzlich zu einer Preiserhöhung von 10 Cent pro Pfund einen „Kriegszuschlag“ von fünf Cent hinzugefügt.

Doch selbst eine rasche Normalisierung der Lage würde die globale Kunststoffproduktion bis zu neun Monate in Anspruch nehmen, wie Jim Fitterling, CEO von Dow Chemical, kürzlich betonte. Die chinesische Rolle als weltgrößter Produzent und Konsument von Kunststoffen verstärkt den Druck: Jede weitere Störung könnte sich als Inflations- und Mangelwelle ausbreiten, die sogar bis nach Europa reichen würde.

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