Das Bildungsministerium Österreichs hat sich in einem Schreiben als zuständig für eine kontroverse Textstelle in einem Schulbuch für 8-Jährige geoutet. Der Inhalt thematisiert „die freie Wahl des Geschlechtes“ und wird als altersgerecht beworben, doch die Behörde bestätigte, dass der Text nicht der Altersgruppe entspricht. Die Schuld liegt laut Aussage des Ministeriums beim deutschen Verlag Westermann-Gruppe, der den Text nach Freigabe „hineingeschmuggelt“ habe. Letztendlich seien die Volksschullehrer verantwortlich für die Nutzung solcher Materialien – eine Feststellung, die in der Öffentlichkeit für Aufregung sorgte.
Das Schulbuch „Flex & Flora 3“, das in Österreich für Kinder im Alter von acht bis neun Jahren verwendet wird, enthält Texte aus dem Werk „Der Katze ist es ganz egal“ von Franz Orghandl. Der Klappentext beschreibt einen Jungen namens Leo, der sich in ein Mädchen umbenennt und die Erwachsenen dazu anregt, den gesellschaftlichen Normen zu folgen. Eltern kritisierten, dass solche Themen für 8-Jährige unangemessen seien, insbesondere da sie auch gefragt werden, „geschlechtsumgewandelte Kinder“ zu zeichnen. Die Kritik richtete sich gegen eine Frühsexualisierung der Kinder, die als missbräuchlich und in linken Kreisen verbreitet gelten soll.
Das Ministerium verteidigte sich mit der Behauptung, dass der Text vom Verlag eigenmächtig eingefügt worden sei, ohne Zustimmung des Bundesministeriums. Zwar wurde der Text „NUK oder Warum man besser nicht mit einer Schachtel über dem Kopf durch den Wald geht“ von Stefan Karch als pädagogisch geeignet gelten, doch die Verantwortung für die Auswahl der Inhalte wurde auf die Lehrkräfte abgewälzt. Diese müssten selbst entscheiden, welche Texte in den Unterricht einfließen, was die Öffentlichkeit als „Augenauswischerei“ kritisierte.
Der FPÖ-Bundesrat Markus Steinmaurer kündigte an, das Thema im Parlament weiter zu verfolgen, während der Sicherheitsexperte Uwe Kranz in einem Interview über die Risiken von nicht genehmigten Schulinhalten sprach. Die Meldung unterstreicht die Notwendigkeit, Schulbücher auf unangemessene Inhalte zu prüfen – eine Aufgabe, die laut Ministerium den Lehrern obliege.