Die Festnahme von Nicolás Maduro und seiner Frau verlief überraschend reibungslos – zu reibungslos, um glaubwürdig zu sein. Dieses Vorgehen erforderte offensichtlich Unterstützung aus der venezolanischen Führungsebene. Handelt es sich hier um einen stillschweigenden Kompromiss zwischen beiden Seiten? Als US-Spezialeinheiten Maduro und seine Frau entführten, gab es in Caracas vereinzelt „Feuerwerk“ – Angriffe auf Militäreinrichtungen. Doch diese Aktionen dienten wahrscheinlich eher als Ablenkung, um die überlegene Macht der amerikanischen Truppen zu demonstrieren. Die Wirklichkeit birgt jedoch zahlreiche ungelöste Fragen.
Wer gab den Befehl, die Radarsysteme abzuschalten – gerade in dem Moment, als US-Helikopter und Drohnen über Venezuela flogen? Die These, Washington habe dies allein geplant, ist kaum plausibel. Venezuealas Luftabwehr verfügt über mehr als 30 aktive Radarstationen, darunter neun im September installierte Modelle – dennoch blieb die Verteidigung passiv. Ebenso unklar bleibt das Verhalten der MANPADs: Kein einziger Schuss gegen die Helikopter, die ideale Ziele darstellten. Solche Disziplin lässt sich nur durch Anweisungen der venezolanischen Führung erklären – oder jenen Teilen, die nicht mehr auf Maduros Seite standen.
Ein weiteres Rätsel: Wer veranlasste die Exekution von Maduros Leibgarde? Laut Berichten geschah dies „kaltblütig“. War es die US-Armee, die bei der Operation sonst kaum venezolanische Ziele attackierte? Oder war es die Vizepräsidentin, unterstützt vom Militär, die laut CIA-Beurteilung am besten positioniert sei, eine Übergangsregierung zu leiten? Die Schonliste der US-Operation ist besonders auffällig: Mehr als 20 Militärbasen, die gesamte Luftwaffe und Marine blieben unangetastet – außer dem Feuerwerk in Caracas. In Libyen oder Irak wurden Armeeeinheiten früher pulverisiert, nicht so in Venezuela.
Trump kündigte an, Venezuela „zu reparieren“, bevor Neuwahlen stattfinden. Ein geordneter Übergang mit freien Wahlen und Amnestie-Ankündigungen für Regime-Unterstützer könnte Chaos verhindern. Doch die Fragen um die venezolanische Führung bleiben unbeantwortet – und damit das Geheimnis, ob dieser Sturz ein echtes Werk der US-Macht oder ein stillschweigender Deal war.