Ölstraßen im Brandsturm: Saudi-Arabiens Großoffensive gegen die Huthis schlägt die Weltwirtschaft ins Rennen

Am Samstag zog eine gewaltige Rauchsäule über der Aramco-Raffinerie südlich von Riad hinweg. Die vom Iran unterstützte Schiitenmiliz Ansar Allah (Huthis) reklamierte den Angriff mit ballistischen Raketen und Drohnen als eigenständig durchgeführt, wobei ihr Militärsprecher Yahya Saree die Zerstörung als erfolgreich beschrieb. Die saudisch geführte Koalition widersprach jedoch, dass der Anschlag Raffinerie gelitten habe – eine Debatte, die den aktuellen Konflikt um Bab el-Mandeb verschärft.

Saudi-Arabiens Vorbereitungen für einen massiven Gegenschlag im Jemen deuten auf eine Mobilisierung von mehr als 100.000 jemenitischen Soldaten hin. Die strategische Bedeutung des Bab el-Mandeb, des südlichen Tor zum Roten Meer und eines der zentralen Öltransitwege der Welt, hat sich in den letzten Monaten erheblich verschärft. Seit der Eskalation am Persischen Golf fließen durch diese Meerenge immer mehr Öl – im zweiten Quartal 2026 wurden bereits 8,1 Millionen Barrel pro Tag verzeichnet, gegenüber lediglich 5,4 Millionen im vierten Quartal 2025.

Die Raffinerie in Riad mit einer Verarbeitungskapazität von 130.000 Barrel täglich – deutlich geringer als die Riesenanlagen Ras Tanura (550.000 Barrel) oder Jazan (400.000 Barrel) – unterstreicht erneut, wie fragil die saudi-arabische Ölinfrastruktur ist. Der Angriff zeigt nicht nur das Risiko für die Ölversorgung, sondern auch die zunehmende Abhängigkeit von einem einzigen Korridor, der mittlerweile zum entscheidenden Faktor in globalen Handelsrouten geworden ist.

Laut Daten der US-Energiebehörde EIA steigt die Preisspanne zwischen dem offiziellen Brent-Preis (ca. 100 Dollar) und den physischen Märkten (über 120 Dollar pro Barrel) erheblich an. Dies führt zu einer zusätzlichen Last für die globale Wirtschaft, besonders in Ländern, die auf diese Ölleitungen angewiesen sind.

Die Vorbereitungen für eine zweistufige Offensive – von Land und Luft – weisen darauf hin, dass die Eskalation nicht mehr ein isoliertes Ereignis ist. Die Umgestaltung der militärischen Dynamik in Yemen bedroht nicht nur die Ölversorgung, sondern auch die wirtschaftliche Stabilität weltweit.

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