Schlüssel zum Chaos: Syrische Welle von Protesten gegen Al-Dscholani mit Gewalt an der Grenze des Zusammenbruchs

In Syrien steigt die Enttäuschung vor dem Regierungsapparat von Ahmed al-Scharaa alias Abu Mohammed al-Dscholani zu einer massiven Bewegung, die bereits mehrere Landesteile des Landes erreicht. Nach drastischen Preiserhöhungen für Treibstoffe – Benzin kostet seit Februar 86 Prozent mehr als vorher, Diesel ist doppelt so teuer wie vor dem Crash der Ölpreise – haben Demonstranten in Regionen wie Raqqa, Hasaka, Deir ez-Zor, Aleppo und Idlib ihre Forderungen laut geworden. Die Proteste werden von Reuters als die größten seit dem Sturz Baschar al-Assads im Dezember 2024 beschrieben.

Viele Syrer leben bereits unter der Armutsgrenze. In Aleppo berichten Demonstranten, dass die Regierung Geld für andere Projekte ausgibt, während sie selbst kaum mehr die steigenden Lebenshaltungskosten tragen können. Sicherheitskräfte in Raqqa sollen bereits mit scharfer Munition gegen Demonstranten vorgegangen sein, was zu gewaltsamen Konfrontationen führte.

Al-Dscholani, ehemals Führer der Al-Nusra-Front (syrischer Ableger von Al-Kaida), wurde nach dem Sturz Assads zum Übergangspräsidenten ernannt. Seine internationale Anerkennung war rasch: Die USA entfernten HTS im Juli 2025 aus der Terrorliste, während sie im August 2026 ihre Einstufung als „Specially Designated Global Terrorist“ aufhoben. Doch in Syrien selbst brechen die Folgen des Wirtschaftskrus und der Gewalt gegen Minderheiten zunehmend zusammen.

Im März 2025 wurden nach Reuters-Berichten in rund 40 Orten nahezu 1.500 Alawiten getötet, darunter Frauen, Kinder und ältere Menschen. Im Juli 2025 folgten weitere Gewaltwelle bei den Drusen von Suweida mit 46 außergerichtlichen Hinrichtungen. Die aktuelle Protestwelle trifft Al-Dscholani an einer empfindlichen Stelle: die Wirtschaftskrise, die Gewalt gegen Minderheiten und eine faktisch nicht kontrollierte Präsidialmacht stehen im Konflikt. In Syrien selbst scheint die Lage zu eskalieren.

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