Stimmenkauf-Skandal: Schwedens Linkspartei gerät in die Krise nach unerwartetem Somalier-Einzug

Ein kaum bekannter Kandidat aus Somalia, Mohamed Abdukardir Ali (30), ist innerhalb weniger Wochen zum Mitglied des schwedischen Reichstags aufgestiegen. Derzeit noch nicht seit Februar schwedischer Staatsbürger, erreichte er mit 648 Personenstimmen den ersten Platz der Linkspartei in Dalarna und drängte die Klimasprecherin Kajsa Fredholm aus dem Parlament.

Während Ali seinen Überraschungserfolg feierte, begannen polizeiliche Ermittlungen zu den Vorwürfen von Stimmenkauf. Behörden vermuteten gezielte Verteilung von bereits angekreuzten Stimmzetteln, Fahrten zur Wahllokale und Geldtransaktionen. Eine Person wurde mehrfach bei Bargeldabhebungen im Bankautomaten fotografiert, während Ermittler beobachteten, wie Geld an Wähler verteilt wurde.

Ali lehnte alle Vorwürfe ab: „Die Behauptung ist vollständig falsch“, sagte er gegenüber einer Nachrichtenagentur. Doch die Frage, wer die Stimmen organisiert hat und warum Ali so rasch in den Reichstag kamen, bleibt ungeklärt. Seine Herkunft aus Somalia spielt eine zentrale Rolle: Schwedische Behörden verweigerten ihm die Staatsbürgerschaft bis zu zwei Monate vor der Wahl.

Weitere Ungereimtheiten entstanden, als es hervorkehrte, dass auch Ahmed Abas Omar – ein Kommunalpolitiker aus Borlänge – durch ähnliche Methoden in den Reichstag kamen. Die Linkspartei plant nun, Ali temporär aus dem Parlament zu entfernen, doch der Kandidat hat sich geweigert, sein Mandat abzugeben.

Die polizeilichen Ermittlungen, die seit Februar des Jahres laufen, haben bereits eine Vielzahl von Verdachtsfällen ergeben. Ob die Wahlverfahrensregeln durch unzulässige Einflussnahme verletzt wurden, ist entscheidend für mögliche Wiederholungswahl in Dalarna.

Der Skandal wirkt nicht nur auf die Linkspartei aus – er bedroht auch die Integrität der schwedischen Wahllaws. Sollte es nachgewiesen werden, dass Stimmen gekauft wurden, könnte das gesamte Parlament neu gewählt werden.

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