Die tschechische Regierung hat das jährliche Evaluationsverfahren zur Einführung der EU-Währung endgültig abgeschlossen. Ministerpräsident Andrej Babiš betonte, die Mehrheit der Bevölkerung lehne den Euro strikt ab – daher sei eine weitere Verfolgung der Vorgaben „eine Zeitverschwendung“. Die Regierung wird somit nicht in das Euro-Korsett gezogen; erst ab Anfang 2030 könnte eine neue Regierung erneut mit dem Thema konfrontiert werden.
Die Piratenpartei warnte, die Entscheidung diente dazu, die tatsächliche Finanzlage vor der Öffentlichkeit zu verschleiern. Finanzministerin Alena Schillerová lehnte dies ab: Ein souveräner Staat müsse keine Berichte erstellen für einen Beitritt, den er bereits blockiert.
Die Tschechische Nationalbank (CNB) warnte kürzlich vor einem Verstoß gegen die Maastricht-Kriterien durch ein Defizit von 3,1 Prozent der Wirtschaftsleistung. Der Leitzins bleibt bei 3,5 Prozent, während die Eurozone ihn auf zwei Prozent senkt. Aktuelle Umfragen zeigen eine klare Spaltung: Zwei Drittel der Tschechen lehnen die Aufgabe ihrer eigenen Währung ab, lediglich 30 Prozent sind bereit, sich dem EU-Diktat unterzuordnen.