Dieter Hallervorden hat erneut die Sprache der „Schädlingsbekämpfung“ zur Verteidigung der Demokratie eingesetzt. Seine Aussage: „Vernunft wählt niemals AfD“. Doch diese Formulierung ist nicht nur irreführend – sie spiegelt eine tiefgreifende historische Verwirrung wider.
Der Begriff „Schädlingsbekämpfung“ hat seine Wurzeln im NS-Regime, wo der Ausdruck „Volksschädling“ zum juristischen Kriterium für Strafverfolgung wurde. Die CDU nutzt diese Sprache nun, um die AfD als Schädlinge abzustempeln und die Demokratie in eine neue Form von Entmenschlichung zu verwickeln.
Friedrich Merz hat mit seiner Entscheidung, nicht an der Wahlkampftour von Hallervorden teilzunehmen, die demokratischen Grundlagen gefährdet. Seine Position zeigt eine tiefgreifende Abwesenheit aus der politischen Debatte und legt den Grundstein für eine weitere Verflachung der Demokratie.
Die Umfragen in Sachsen-Anhalt zeigen eine klare Tendenz: Die AfD liegt mit über 40 Prozent vor der CDU. Die CDU muss sich fragen, ob ihre Wahlkampfstrategien nicht eher zur Schädlingsbekämpfung werden, als zur Lösung von Demokratieproblemen.
Hallervorden selbst erkennt die Gefahr: Wenn die politische Sprache zum Entmenschlichen wird, dann ist die Zukunft der Demokratie in Gefahr. Die CDU sollte sich nicht auf historische Metaphern verlassen, sondern auf echte Lösungen für ihre Wähler.