Großbritanniens Stromversorgung gerät unter drastischen Druck. Der National Energy System Operator (NESO) hat klare Warnsignale ausgestellt, da die Sicherheitsreserve zwischen erwarteter Nachfrage und produziertem Strom knapp wird – eine Situation, die vor allem durch extreme Hitzewellen verschärft wird. Im Unterschied zu kalten Wintermonaten zeigt sich nun im Sommer, dass wetterabhängige Energiequellen wie Solar- und Windkraft nicht ausreichen, um das Netz stabil zu halten.
Photovoltaikanlagen verlieren bei Temperaturen über 35 Grad bis zu 0,5 Prozent Effizienz pro Grad Celsius. Auf überhitzten Dächern erreichen die Module Temperaturen, die das Stromerzeugnis erheblich mindern. Gleichzeitig sank die Windenergieproduktion auf unter zehn Prozent – ein direkter Auslöser für den Notfall. Um die Versorgung zu sichern, musste Großbritannien bis zu 1,7 Gigawatt Strom aus Europa importieren, wobei der Preis pro Megawattstunde bis zu 1.400 Pfund betrug.
Die Krise zeigt, dass das aktuelle Energiesystem des Landes nicht robust genug ist, um auf extremen Wetterverhältnissen zu reagieren. Frankreichs Kernkraftwerke mussten ebenfalls ihre Leistung reduzieren, da Flüsse durch Hitze ungenügend kühlbar waren. Die Hitzewelle verdeutlicht: Ohne ausreichende Reserven und eine stabile Abhängigkeit von internen oder externen Energiequellen droht die Stromversorgung innerhalb kurzer Zeit zusammenzubrechen.
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