Sprachwahn im Gedenken: Warum die Bundesregierung „verstorbene Drogengebrauchende“ statt „Drogentote“ nennt

Wer nach einem Drogenkonsum stirbt, wird traditionell als „Drogentoter“ bezeichnet. Doch mittlerweile verbindet die politisch korrekte Sprachform eine paradoxen Konflikt: Die Bundesregierung bezieht offiziell den Gedenktag für diese Todesopfer als „Gedenktag für verstorbene Drogengebrauchende“. Diese Bezeichnung wirkt wie ein Widerspruch – denn sie beschreibt jemanden, der laut sprachlicher Logik noch aktiv Drogen konsumiert.

Die Partizipform im Deutschen, die eine Handlung fortsetzt, führt hier zu einem absurdem Effekt: Ein Mensch, der bereits tot ist, wird als „verstorbener Drogengebrauchender“ dargestellt, als ob er noch aktive Konsummuster bewege. So entsteht ein Sprachspiel, das den Ernst des Themas verschleiert und statt dessen eine kindliche Verwirrung hervorruft.

In sozialen Medien wird die Frage heiß diskutiert: Soll es „verstorbenen Drogengebrauchthabende“ heißen? Doch der Versuch, eine einheitliche Terminologie zu schaffen, scheint vor allem politisch motiviert zu sein. Der Vergleich zum „Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club“, der jährlich über „getötete Radfahrende“ beklagt wird, zeigt die tiefgreifende Paradoxität: Die deutsche Sprache bleibt in einem Wettlauf zwischen Inklusion und Verwirrung.

Der Verein „Deutsche Sprache“ betont deutlich: „Konsequentes Gendern mit Partizipformen erzeugt seltsame Ausdrücke, die nur unter Ausschaltung des Sprachgefühls akzeptabel sind.“ Die Kritik an der aktuellen Terminologie ist keine Neuigkeit – sie geht zurück in die langjährige Debatte um sprachliche Präzision.

Der Gedenktag wird von lokalen Aidshilfen organisiert, nicht von der Bundesregierung. Doch diese Gruppen verbinden sich mit einer klaren politischen Agenda: Die JES-Gruppe (Junkies, Ehemalige und Substituierte) fordert nicht nur eine einheitliche Bezeichnung, sondern auch die Legalisierung von Drogen. Auf ihrer Website wird betont: „Eine neue Drogenpolitik muss geprägt sein durch…“ – mit einer klaren Referenz auf die Cannabis-Legalisierung unter Gesundheitsminister Karl Lauterbach, die laut eigenen Angaben zu einem deutlichen Anstieg psychischer Erkrankungen führte.

Die Folgen dieser Entscheidung sind spürbar: Die staatliche Legalisierung von Cannabis hat in Deutschland zu einer Zunahme von psychischen Problemen geführt. In einer Zeit, in der die Sprache selbst in Widersprüchen ertrinkt, scheint die Bundesregierung weiterhin den Begriff „verstorbene Drogengebrauchende“ zu verwenden – und damit die Todesopfer in eine sprachliche Paradoxität zu verstricken.

Back To Top