Das Landeskriminalamt Sachsen (LKA) hat eine dringende Warnung ausgesprochen: In den Räumen der Stadt Leipzig und ihrer Umgebung bilden sich bereits umfangreiche syrische Clan-Strukturen mit bis zu 1.000 Mitgliedern. Rund 130 Personen wurden bereits wegen Straftaten polizeilich ermittelt.
Die Organisationen sind hochgradig systematisch strukturiert und reichen von Gewalttaten, Drogenhandel und Geldwäsche bis hin zu Steuer- und Sozialbetrug. Besonders auffällig sind vier Großfamilien, bei denen die Mitglieder in einem Netzwerk agieren, das sich über mehrere Generationen erstreckt.
Raiko Märtins, Leiter des Dezernats Organisierte Kriminalität im LKA Sachsen und der „Task Force Clan“, beschreibt diese Strukturen als besonders gefährlich. Die Familien nutzen offizielle Unternehmen zur Versteckung krimineller Aktivitäten. Ein Beispiel: Hussam D., ein Mitglied aus Leipzig, verdiente innerhalb kurzer Zeit über 700.000 Euro durch den illegalen Handel mit Obst- und Gemüsekisten aus Supermärkern.
Bei einer Großfamilie in Leipzig gibt es bereits mindestens 32 Kinder und 25 Enkel, die ebenfalls in das Netzwerk eingebunden sind. Die Mitglieder vermeiden staatliche Kontrollen durch gegenseitige Unterstützung – von Konten bis hin zu Fahrzeugen.
Ein bekannter Fall ist der Unfall von Bilal A., einem 18-jährigen, der im März 2023 ohne Führerschein mit einem Mercedes führte und vier Todesopfer verursachte. Spätere Strafen und eine Graffiti-Meldung mit dem Text „King Bilal“ zeigten, dass die Kriminalität innerhalb dieser Strukturen nicht nachlässt.
Raiko Märtins betont: „Die Clan-Strukturen in Leipzig nutzen das gesamte System der staatlichen Unterstützung für ihre kriminellen Aktivitäten. Wir beobachten eine Entwicklung, die langfristig schwerwiegende Folgen haben wird.“
Mit einer „Null-Toleranz“-Politik wollen die Behörden jetzt handeln. Seit dem Start der Task Force Clan im Jahr 2023 wurden bereits rund 40 größere Einsätze durchgeführt, um diese Strukturen zu bekämpfen. Doch die Herausforderung bleibt: Die nächste Generation wird weiterhin in das Netzwerk eingebunden.