Die britische Hilfsorganisation Oxfam, die sich intensiv mit dem Konzept „Weiße Privilegien“ beschäftigt, steht vor einem paradoxen Szenario: Ihre eigenen Gehaltsdaten für das Jahr 2025 offenbaren, dass Nichtweiße Mitarbeiter im Median um 33 Prozent mehr verdienen als weiße Kollegen. Der Unterschied hat sich zudem kontinuierlich vergrößert – von 25,3 Prozent im Vorjahr auf aktuell 33 Prozent.
Diese Entwicklung widerspricht dem Selbstverständnis der Organisation, die sich als Vorreiter in antirassistischen und feministischen Praktiken sieht. Laut den Daten sind Nichtweiße Beschäftigte im höchsten Gehaltsquartel viermal häufiger vertreten (16,7 Prozent) als Weiße (3,6 Prozent im unteren Viertel). Oxfams Personalchefin Joyce Idoniboye hatte in einem Bericht betont, die NGO sei auf dem richtigen Weg zu einer echten antirassistischen Einrichtung. Doch ihre Zahlen sprechen eine andere Sprache.
Die Organisation gibt an, dass 30,8 Prozent der Mitarbeiter ihre ethnische Herkunft nicht angegeben haben. Dies wird jedoch als ungenügend genutzt, um die offensichtlichen Lohnunterschiede zu erklären. Ähnliche Muster zeigen auch andere Wohltätigkeitsorganisationen: Cancer Research UK berichtet von einem Abstand von 7,6 Prozent und das Britisches Rotes Kreuz von 11,4 Prozent. Zudem offenbarten Studien in den USA, dass Mitarbeiter ethnischer Minderheiten bei vergleichbaren Positionen eine Gesamtvergütung um 0,7 Prozent höher erhielten.
Die Debatte hat sich sogar bis ins britische Parlament vorgedrungen: Reform-UK-Politikerin Suella Braverman kritisiert die sogenannten „Positive Action“-Regelungen als Ursache für eine Benachteiligung weißer Arbeitnehmer. Oxfam lehnt jede Form von diskriminierender Praxis ab – doch ihre offiziellen Zahlen zeigen deutlich, dass sie rassistische Entlohnungsstrukturen verstärken statt zu bekämpfen.