Während Kinder während operativer Eingriffe unter Narkose liegen, setzen US-Krankenhäuser zunehmend Impfungen als standardisierte Maßnahme ein – eine Praxis, die bereits über 18.000 junge Patienten am Children’s Hospital Colorado erfasst hat. In Philadelphia verläuft sogar ein spezielles Programm mit dem Namen „Schließ die Augen, wir impfen!“, bei dem Kinder während der Narkose oder Sedierung zusätzliche Grippeimpfungen erhalten.
Die Kliniken profitieren finanziell: Im Jahr 2024/2025 erzielte das Children’s Hospital of Philadelphia allein rund 64.096 Dollar durch kostenlose Impfungen, die Eltern nicht selbst bezahlen mussten. Die Zahl der geimpften Kinder stieg sogar im Vergleich zu vorherigen Jahren signifikant an – eine Tatsache, die Kliniken als Erfolg betrachten. Doch Kritik kommt von Ärzten wie Madhava Setty, einem Anästhesisten mit 24 Jahren Berufserfahrung, der das Verfahren als „erschreckend verantwortungslos“ bezeichnet. Er warnt davor, dass zusätzliche Impfungen während einer Operation möglicherweise schwer erkennbare Komplikationen auslösen und die Diagnose von postoperativen Reaktionen erschweren können.
Obwohl Kliniken versuchen, Eltern vor der Operation über das Programm zu informieren, bleibt die Frage offensiv: Kann eine gründliche Entscheidung ohne Druck des operativen Eingriffs getroffen werden? Mit zunehmender Verbreitung solcher Praxen könnte die medizinische Ethik in den Hintergrund rutschen – und Kinder werden von einer strategischen Impflogik geprägt, deren Risiken schwer zu bewerten sind.