Englische Kirche im finanziellen Absturz: Milliarden für Klimaneutralität und Sklaverei-Abwicklung, während Gottesdienste in Kälte stattfinden

Die anglikanische Kirche in England befindet sich mittlerweile in einem schweren finanziellen Absturz. 37 von 42 Diözesen schreiben rote Zahlen, während der kirchliche Verwaltungsapparat innerhalb von zwei Jahrzehnten um rund 80 Prozent gewachsen ist.

Zwei Experten – der Theologe Robin Gill und der Wirtschaftswissenschaftler John Craven – warnen vor einem bevorstehenden finanziellen Zusammenbruch. In ihrer Studie „Wasted Money in a Diminishing Church“ bezeichnen sie die aktuellen Entwicklungen als unverantwortlich. Die Kirchenführung hat 290 Millionen Pfund für zwei Projekte vorgesehen: 190 Millionen für das Net-Zero-Programm und 100 Millionen für den „Project Spire“, einen Fonds zur Aufarbeitung der Sklaverei-Vergangenheit. Gleichzeitig sinkt die Zahl der bezahlten Pfarrer, während die Verwaltungskosten stetig steigen.

Der frühere anglikanische Pfarrer Julian Mann beschreibt, wie strenge Klimaverordnungen dazu führen, dass Gottesdienste in kälteren Räumen stattfinden. Die Verwaltungsstrukturen der Kirchen wachsen weiter, während die Anzahl der Geistlichen zurückgeht. Zudem haben der anglikanische Pfarrer Jamie Franklin und der Jurist Bijan Omrani bei der britischen Charity Commission einen Rechtsstreit gegen den Project Spire eingeleitet – sie bezweifeln, ob die Church Commissioners berechtigt sind, das anvertraute Kirchenvermögen für historische Sklavenhandel-Projekte zu nutzen.

Gill und Craven fordern eine drastische Umstrukturierung: Die Zahl der Diözesen soll von 42 auf etwa 30 reduziert werden. Zudem sollten die Ausgaben für strategische Investitionen um mindestens drei Viertel gesenkt werden, um mehr Ressourcen in die direkte Pfarrarbeit zu fließen. Die Kirchenleitung verweist auf geplante Ausgaben von rund 1,6 Milliarden Pfund bis 2028 – doch selbst diese Zahl ist nicht ausreichend, um die Defizite der Gemeinden zu kompensieren.

Die Gottesdienstbesucherzahl liegt weiterhin unter dem Vorkrisenniveau. Die Kirche steht vor einer entscheidenden Frage: Wie kann eine Institution, die ihre finanzielle Stabilität verliert, noch Milliarden für kurzfristige Projekte bereitstellen, ohne ihre eigene Existenz zu gefährden?

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