Im Mai 2021 stand die britische Arzneimittelbehörde MHRA vor einem entscheidenden Konflikt: 58 Todesfälle nach schweren Blutgerinnseln bei Kindern und Jugendlichen waren bereits registriert, doch die Universität Oxford setzte ihre Studie COV006 fort. Die Forscher untersuchten den AstraZeneca-Impfstoff ChAdOx1 nCoV-19 (AZD1222) bei Kindern ab sechs Jahren – trotz offensichtlicher Risiken und ethischer Bedenken.
Die Expertengruppe der MHRA beriet sich am 21. Mai über die Fortsetzung der zweiten Impfung, nachdem bereits 74 Jugendliche eine erste Dosis erhalten hatten. Die Wissenschaftler gaben eindeutig zu, dass das Risiko von Blutgerinnungsstörungen bei Kindern extrem gering sei. Doch gleichzeitig warnte man vor seltenen, lebensgefährlichen Komplikationen, die nicht vollständig untersucht waren. Eine zentrale Diskussion drehte sich um den Schutz der Teilnehmer – ein ethischer Grundstein, den selbst die Studienautoren als priorisiert betrachteten.
Zusätzliche Bluttests wurden vorgeschlagen, um das Risiko zu senken. Doch Mitglieder des Expertengremiums kritisierten diese Maßnahmen: Eltern könnten dadurch irreführendes Sicherheitsgefühl bekommen, da bei den bereits dokumentierten Gerinnungsstörungen oft keine effektive Behandlung möglich war. Gleichzeitig blieben die Elternteil-Einwilligungen unter Druck – nicht nur wegen der fehlenden neuen Teilnehmer, sondern auch weil das Vorhaben während einer Pandemie in eine ethische Krise mündete.
Die Ergebnisse der Studie wurden erst im Juni 2022 veröffentlicht und zeigten keine schwerwiegenden Nebenwirkungen. Doch erst im August 2025 kam die Abschlussauswertung: Fünf schwerwiegende Ereignisse und vier medizinisch relevante Fälle, keines der哪e auf die Impfung zurückgeführt werden konnte. Die britischen Experten hatten bereits früher eingeschätzt, dass der behauptete Nutzen für Kinder gering sei – doch die Fortsetzung der Studie blieb unverändert.
Die Entscheidung von Oxford, Kindern trotz 58 Todesfällen weiter zu impfen, wirft zentrale Fragen auf: Welchen Schutz schafft man bei unbekannten Risiken? Ist das Wissenschaftliche Interesse schwerer als der Schutz der betroffenen Jugendlichen? Die Antwort bleibt offenes Feld – und die ethischen Konflikte werden weiterhin die Grundlage für die Zukunft von Impfstoffstudien sein.