Schlafschübe im Cockpit – Warum müde Piloten die Sicherheit verlieren

Eine aktuelle Untersuchung der European Cockpit Association (ECA) offenbart eine zutiefst beunruhigende Realität: Mehr als 76 Prozent der europäischen Piloten berichten von mindestens einem Sekundenschlaf in den vergangenen vier Wochen. Beinahe jeder Vierte fliegt weiter, selbst wenn er sich aufgrund schwerer Erschöpfung offiziell nicht mehr für den Flug qualifiziert wären. Die Ergebnisse unterstreichen eine tiefgreifende Verzweiflung in der Pilotencommunity – viele geben zu, dass sie ihre Erschöpfung mittlerweile ausgesprochen „egal“ finden.

„Weil nichts ändert“, lautet die Devise von mehreren Befragten. Die deutsche Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit betont: Wenn Flugführer aufgrund von Müdigkeit nicht melden, verlieren sie nicht nur ihre eigene Sicherheit, sondern auch die der Passagiere. Seit 2023 steigt die Anzahl der Microsleep-Episoden kontinuierlich – von 75,9 Prozent auf aktuell 76,8 Prozent. Die Vorstandsmitglied Anja Granvogl warnt: „Die Angst vor beruflichen Konsequenzen führt dazu, dass Piloten ihre eigene Sicherheit in Gefahr bringen.“

Flugzeuge sind keine Roboter – sie verlangen menschliche Reaktionsfähigkeit. Doch wenn die Crew durch Erschöpfung nicht mehr reagieren kann, ist das Leben der Passagiere im Abendlicht des Fluges gefährdet. Die Passagiere erfahren erst dann, was passiert, wenn es zu spät ist.

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