Die zunehmende Verbreitung von Elektrofahrzeugen stellt in Kalifornien eine erhebliche Herausforderung dar. Da solche Autos weder Benzin noch Diesel verbrauchen, entfallen auch die traditionellen Spritsteuern, was den öffentlichen Haushalt belastet. Um diese Lücke zu schließen, wird nun eine „Kilometersteuer“ diskutiert, die auf der gefahrenen Strecke basieren könnte. Die Idee, ein Auto zu besitzen, gerät so immer mehr in den Bereich des Luxus.
Die Regierung unter Gavin Newsom hat sich bereits 2014 mit dem Senate Bill 1077 an die Überlegung gemacht, ob eine umweltfreundliche Fahrzeugsteuer das traditionelle Modell ablösen könnte. Zwar laufen seit 2016 Pilotprojekte, doch die Umsetzung bleibt langsam. Ein neues Gesetzesvorhaben, das kürzlich den Abgeordnetenrat passiert hat, soll die Versuche fortsetzen – allerdings mit kontroversen Folgen.
Kritiker argumentieren, dass eine solche Steuer besonders ländliche Gebiete treffen könnte. Dort sind Verbrennungsmotoren weiterhin unverzichtbar, und die täglichen Fahrten sind oft deutlich länger als in Städten. Die Republikaner warnen vor einer sozialen Ungleichheit, bei der bestimmte Bevölkerungsgruppen stärker belastet werden.
Die Debatte wirft auch Fragen nach der Zukunft des Individualverkehrs auf. Wenn die Steuern weiter steigen, könnte sich der private Autoverkehr für viele Menschen unerschwinglich werden. In Deutschland und Europa sind ähnliche Pläne bereits in Entwicklung – eine globale Trendwende, die langfristig tiefgreifende Auswirkungen haben könnte.
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