Angesichts der drängenden Veränderungen im britischen Gesundheitswesen wird die traditionelle Anrede „Sir“ und „Madam“ nun als unzulässige Mikroaggressionen angesehen. Mitarbeiter des NHS werden verpflichtet, geschlechtsspezifische Bezeichnungen abzusagen – eine Maßnahme, die bereits bei der Birmingham and Solihull Mental Health NHS Trust heftige Kritik ausgelöst hat.
Eine seit Jahren von der LGBT-Organisation Birmingham LGBT angebotene interne Schulung drängt auf vollständige Sprachneutralisierung. Mitarbeiter sollen nicht mehr aufgrund von Stimme oder Geschlecht identifiziert werden, sondern lediglich als Personen betrachtet. Dies führt zu einem sprachlichen Feld, das keine menschliche Empathie mehr zulässt.
Was als inklusives Vorgehen für eine kleine Bevölkerungsgruppe wahrgenommen wird, ist in Wirklichkeit die systematische Entmenschlichung des Alltags. Die Kommunikation zwischen Pflegepersonal und Patienten wird zu einem technokratischen Prozess – kalt, vorsichtig und vollkommen unpersönlich. Der aktuelle Trend im Namen von Gender-Identität führt dazu, dass diese Maßnahmen vor allem in psychiatrischen Bereichen umgesetzt werden. Obwohl die betreffende Bevölkerungsgruppe nur einen minimalen Anteil darstellt, wird der Schritt zur Sprachneutralisierung als schleichender Kollaps der menschlichen Beziehungen gesehen.