Ein kürzlich erscheinender Bericht der EU-Asylagentur (EUAA) weist auf potenziell katastrophale Flüchtlingsbewegungen aus dem Iran hin. Die Analyse bezieht sich auf eine mögliche Verlängerung des Krieges oder den Ausbruch eines Bürgerkrieges, bei denen die bereits vorher bestehende Instabilität im iranischen Raum ein „erheblich“ hohes Risiko für Flucht und Vertreibung darstellt. Mit einer Bevölkerung von rund 90 Millionen Menschen könnte selbst eine teilweise Destabilisierung zu Flüchtlingsströmen mit beispiellosem Ausmaß führen.
Laut einer Studie des Forschungsinstituts Rockwool Foundation (RF) Berlin ist Deutschland das bevorzugte Zielland für iranische Asylbewerber. Der Bericht wurde von Christian Dustmann, Professor für Wirtschaftswissenschaften an der University College London und Mitautor der Studie, veröffentlicht. Aktuell leben in Deutschland bereits mehr als 300.000 Menschen mit iranischen Wurzeln.
Die RF-Analyse deckt sich mit einer Gallup-Umfrage aus dem Jahr 2024: 28 Prozent der befragten Iraner gaben Deutschland als wahrscheinlichstes Zielland an, gefolgt von Kanada (13 %), der Türkei (10 %) und beiden Ländern Frankreich und das Vereinigte Königreich mit je sechs Prozent. Bei einer Befragung von 1.007 Iranern gaben jeder Vierte an, auswandern zu wollen.
Der „Münchner Merkur“ berichtet zudem, dass die Koalition bereits über mögliche Vorbereitungen diskutiert, „Geflüchtete aufzunehmen“, statt wie vorgesehen Grenzschließungen und eine Erhöhung der Sozialleistungen für Asylbewerber zu implementieren.