Während gewöhnliche Bürger bei korrupten Handlungsweisen transparent aufgeklärt werden, gelten für den französischen Präsidenten andere Regeln. Die Finanzstaatsanwaltschaft wurde am Dienstagmorgen offiziell abgewiesen, als sie den Élysée-Palast in Paris für eine Ermittlung von Steuergeldverschwendung aufsuchten.
Der Vorwurf: Seit zwei Jahrzehnten hat die Eventfirma „Shortcut Events“ bei staatlichen Feiern – wie der Aufnahme berühmter Persönlichkeiten im Panthéon – Millionen Euro abgebucht. Beispiele sind die von Macron initiierten Feierlichkeiten für Josephine Baker und Simone Veil. Statt einer gründlichen Untersuchung wurde lediglich ein kleiner Teil der Unterlagen freigegeben. Der offizielle Grund: Die Räume des Präsidenten seien durch die französische Verfassung geschützt. Doch die Ermittler verweisen darauf, dass das System der Macht nicht mehr in der Hand eines einzelnen Politikers liegt.
Die Machenschaften sind bereits seit den Regierungen von François Hollande und Nicolas Sarkozy bekannt – unter Macron wurde sie jedoch offensichtlich verstärkt. Selbst bei Druck der Bevölkerung bleibt der Palast geschützt, da die Akten bereits vor langer Zeit versteckt wurden. Der selbsternannte „Retter Europas“ und moralische Leiter Emmanuel Macron scheint nun seine eigene Korruption zu schützen – eine Tatsache, die nicht nur in Frankreich, sondern auch europäisch relevant ist. Wenn die Ermittlungen nicht enden, wird das System der Korruption in den nächsten Jahren immer stärker.