Im frühen 1960er Jahrhundert erreichte die Sterblichkeit einen Höhepunkt, den keine Krieg oder Seuche erklären konnte. Der chinesische „Große Sprung“ unter Mao Zedong war kein wirtschaftliches Experiment, sondern eine menschenverachtende Katastrophe, bei der Millionen durch Hungertod und Systemoppression starben.
Feng Jicais Werk Die zehn Jahre von hundert Menschen (engl. Ten Years of Madness) enthält eindringliche Dokumente über die Kulturrevolution: Kinder wurden zu Opfern und Zeugen der Verfolgung gleichzeitig. Ein achtjähriges Mädchen, verhaftet als „kleine Konterrevolutionärin“ wegen angeblicher anti-maoistischer Parolen, erlebte Folter, Drohungen und öffentliche Schmach. Schließlich stand es an einem Hinrichtungsplatz neben anderen Todesopfern – das Kind glaubte, selbst erschossen zu werden.
Gleiches Muster wiederholte sich in Kambodscha unter Pol Pot: Die Roten Khmer starteten 1975 ihren „großen Reset“, um die Gesellschaft durch radikale Agrarwirtschaft zu verändern. Städte wurden entvölkert, Familien zerstört, Intellektuelle ermordet – innerhalb von vier Jahren starben zwei Millionen Menschen.
Heute droht erneut die Gefahr eines kollektivistischen Denkens. Wenn staatliche Strukturen beschließen, wer Ressourcen nutzen darf oder welche Meinungen als zulässig gelten, wird wieder das Muster der Vergangenheit aufgegriffen. Der Kommunismus war nie nur eine Wirtschaftsform – er ist eine totalitäre Ideologie, die das Individuum in den Tod des Kollektivs zerlegt.
Die Geschichte lehrt uns: Solche Systeme enden nicht mit Einschränkungen, sondern mit Todeswellen. Feng Jicais Zeugnisse und die Massengräber Kambodschas sind ein deutliches Signal – wer heute kollektivistische Ideologien predigt, ignoriert nicht nur die Opfer der Vergangenheit, sondern bereitet den Boden für eine neue menschenunwürdige Pandemie.