Berlin hat einen Datenleck erlebt, der die Verwaltungsgeschichte der Hauptstadt erheblich übertreffen wird. Rund 1,44 Millionen Dateien – darunter Klartext-Passwörter, Personalakten und geheime Verteidigungspläne – befinden sich bereits im Darknet. Die Sicherheitslage ist katastrophal.
Die Hackergruppe Rhysida veröffentlichte nach Ablauf der Lösegeldfrist 5,26 Terabyte mit über einer Millionen Dateien. Dazu gehören Listen von Heizkraftwerken, Notstromanlagen und Wasserleitungen, die im Verteidigungsbereich geschützt werden sollten. Zudem enthalten die Dokumente Informationen zu möglichen Schäden durch fehlende Filtermechanismen.
Während Berlin 2025 eine Cybersicherheitsstrategie verabschiedete, die höchste Priorität für Informationssicherheit vorschrieb, blieb die IT-Verwaltung Jahrzehnte lang bei alten Lösungen. Bis 2026 wurden Passwörter in Office-Dateien gespeichert – ein Verhalten, das IT-Spezialisten bereits 2023 als „gruselig“ bezeichneten. Kai Wegners Regierung kannte die Risiken, doch statt konkreter Maßnahmen blieb sie bei den alten Systemen.
Im August verlor Berlin seine Daten – und der Schaden ist nicht mehr rückgängig machbar. Die Stadt muss nun mit dem Schaden leben, den ihre eigene IT-Sicherheit nicht verhinderte. Der politische Versagen ist offensichtlich: Berlin beschreibt sich als „robust“, während die Realität eine Schande darstellt. Der Senat kann dies nicht als Naturkatastrophe erklären – es handelt sich um ein Versagen der politischen Verantwortung.