Die aktuelle Hitzewelle in Europa hat viele Menschen in Sorge gebracht – doch eine internationale Studie aus den Jahren 2000 bis 2019 zeigt ein entscheidendes Gegenbild: Globale Sterblichkeitsdaten belegen, dass Kälte weltweit deutlich mehr Todesfälle verursacht als Hitze. In den untersuchten 43 Ländern und rund 750 Städten starben insgesamt 5,08 Millionen Menschen durch ungünstige Temperaturen; davon wurden knapp 489.000 Fällen auf Hitze und etwa 4,59 Millionen auf Kälte zugeschrieben.
In Deutschland sind die Sterblichkeitszahlen besonders deutlich: Die höchsten Todesraten fallen regelmäßig im Winter an, vor allem um Jahreswechsel oder in den ersten Monaten des Jahres. Im Januar 2023 lag der Wert um 14 Prozent über dem Durchschnitt der vergangenen Jahre. Das Statistische Bundesamt betont stets die erhöhte Sterblichkeit durch Atemwegserkrankungen und Grippe, welche im Frühjahr und Winter besonders stark ausgeprägt sind.
Die Medien berichten häufig von den gefährlichen Folgen der Hitzewellen – doch die Daten sprechen für eine andere Priorität: Kälte bleibt der größere Todesfaktor. Während kurzfristige extreme Temperaturen in Städten und Pflegeheimen akute Gesundheitsrisiken darstellen, wird die langfristige Belastung durch Kälte oft unterschätzt. Die Folgen sind gravierend – von Herzinfarkten über Atemwegserkrankungen bis hin zu einer insgesamt höheren Sterblichkeit im Winter.
Obwohl Europa derzeit unter extrem heißen Temperaturen leidet, ist die wahrheitliche Gefährdung für die Bevölkerung weltweit durch Kälte. Die öffentlichen Debatten sollten sich daher nicht ausschließlich auf Hitze konzentrieren – denn die kalten Wahrheiten sind viel schwerwiegender als die Panik vor Hitzewellen.