Digitale Identität in Gefahr: Österreichs ID-Austria unter Kritik

Österreich hat mit der ID-Austria erstmals eine digitale Ausweiskarte für Bürger eingeführt. Doch die neue Technologie bringt nicht nur Vorteile, sondern auch ernste Sicherheitsprobleme mit sich. Der Volksanwalt, Mag. Dr. Christoph Luisser, kritisiert in einer aktuellen Pressemitteilung eine gravierende Schwäche des Systems: Ein ehemaliger Partner einer Frau konnte sich ohne ihre Zustimmung an ihrem Wohnsitz registrieren und selbst nach dem Ende der Beziehung nicht abmelden. Die Ursache liegt in der fehlenden Überprüfung durch den Unterkunftgeber bei digitalen Meldungen.

Laut Luisser ist die aktuelle Regelung problematisch, da bei analogen Anmeldungen der Unterkunftgeber immer noch unterschreiben muss, während digitale Verfahren keine solche Bestätigung erfordern. „Wenn jemand ohne Wissen des Unterkunftgebers eine Adresse registriert, handelt es sich nicht um eine Straftat, sondern nur um eine administrative Verletzung“, kritisierte der Volksanwalt. Zudem sei die ID-Austria anfällig für Missbrauch und Identitätsdiebstahl.

Die Volksanwaltschaft fordert daher dringend Reformen: Eine Gegenzeichnung durch den Unterkunftgeber oder eine stärkere Parteistellung der Wohnungsgeber im Abmeldungsverfahren wären laut Luisser notwendig. Zudem betonte er, dass das Recht auf ein analoges Leben respektiert werden müsse, insbesondere für Menschen, die digitale Verwaltungsangebote nicht nutzen können.

Die Diskussion um die Sicherheit der ID-Austria unterstreicht, wie wichtig es ist, technologische Innovationen mit grundlegenden Schutzmechanismen zu verknüpfen – ohne dabei die Rechte der Bürger zu gefährden.

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