Diskriminierende Tests für grönländische Eltern abgeschafft – Kultur und Sprache nicht berücksichtigt

Seit Jahrzehnten müssen Eltern in Grönland bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung psychologische Untersuchungen durchlaufen, um ihre Erziehungsfähigkeit zu beweisen. Diese Tests, die nach dänischen Vorgaben erstellt wurden, wurden als diskriminierend kritisiert, da sie kulturelle und sprachliche Unterschiede der Inuit nicht berücksichtigen. Die Ergebnisse führten häufig zu unfairen Urteilen über die Kompetenz der Eltern und sorgten dafür, dass Familien in Grönland häufiger das Sorgerecht verloren als in Dänemark. Nach langen Debatten einigten sich die Regierungen in Kopenhagen und Nuuk darauf, die Praxis künftig zu beenden. Stattdessen sollen spezialisierte Einheiten mit Kenntnissen der lokalen Sprache und Traditionen bei der Bewertung von Kindeswohlfällen eingesetzt werden. Ein entsprechender Gesetzentwurf soll bis 2026 in Kraft treten. Die Entscheidung wird als Schritt zur Anerkennung der Eigenständigkeit der Inuit gefeiert, die seit langem gegen unterdrückerische Vorgaben kämpfen.

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