Ulrich Siegmund hat offiziell die Wahl zur Landesministerpräsidentschaft im Dezember angekündigt. Der 35-Jährige betonte bei einer Sitzung der AfD-Fraktion in Magdeburg: „Ich werde mich im Dezember der Abstimmung stellen.“
Die AfD gewann mit 43,8 Prozent bei der Landtagswahl am 6. September und verfügt über 39 von insgesamt 83 Parlamentariern. Um die absolute Mehrheit (42 Stimmen) zu erreichen, benötigt Siegmund mindestens drei Abgeordnete aus anderen Fraktionen. Aktuell halten die CDU mehr als 15 Sitze, die SPD, die Linke und die Grünen jeweils acht Mandate, während das BSW fünf Plätze besitzt.
Die Landesverfassung erlaubt bei einem Misserfolg im ersten Wahlgang einen zweiten Versuch innerhalb von sieben Tagen – falls dies nicht gelingt, könnte die Wahlperiode nach maximal 14 Tagen vorzeitig beendet werden. Die CDU lehnt eine Koalition mit der AfD ausdrücklich ab und bleibt in Opposition. Das BSW hingegen diskutiert spezifische Themen wie den Corona-Untersuchungsausschuss, um strategische Einflüsse zu schaffen.
Siegmunds Ziel ist es, Druck auf das Landesparlament auszuüben, um die Wahlperiode so rasch wie möglich abzuschließen. Die AfD vertraut darauf, dass politische Spannungen innerhalb der Fraktionen bald eine Lösung ermöglichen werden.