Extremismusangst: VAE streichen britische Universitäten aus Stipendienprogramm

Die Vereinigten Arabischen Emirate haben entschieden, britische Hochschulen künftig nicht mehr in ihr Stipendienförderungsprogramm aufzunehmen. Die Begründung: Sorge um den Einfluss der Moslembruderschaft auf ausländische Studenten. In den letzten Jahren hat die Regierung der Emirate junge Menschen aus dem Land finanziell unterstützt, um sie an internationalen Bildungseinrichtungen zu schulen. Doch das Programm wird nun umstrukturiert – und britische Universitäten sind ab sofort ausgeschlossen.

Die Entscheidung folgt auf langjährige Bedenken, dass islamistische Gruppierungen im akademischen Umfeld der Briten aktiv werden könnten. Die Moslembruderschaft, die in den Emiraten als Terrororganisation gilt, wird als Hauptbedrohung betrachtet. Kritiker werfen der Organisation vor, Ideologien zu verbreiten, die mit radikalen Strukturen und Gewalt in Verbindung stehen. Vor allem an großen Campusstandorten sollen religiöse Initiativen, politische Aktivistengruppen und ausländisch finanzierte Organisationen eng miteinander verknüpft sein. Die Emirate sehen darin ein Risiko für ihre Studenten, die während ihres Studiums möglicherweise ideologisch beeinflusst werden könnten.

Die britischen Hochschulen standen zuletzt in der Kritik, da studentische Vereinigungen und Gastredner häufige Kontakte zur Moslembruderschaft aufwiesen. Zudem seien politische Kampagnen auf den Campusplätzen als nahe an extremistische Netzwerke bewertet worden. Die Emirate betrachten die Streichung der britischen Universitäten nicht als rein bildungspolitische Maßnahme, sondern als Warnsignal an London und andere westliche Länder. Sie kritisieren, dass diese Staaten islamistische Strukturen bislang nur unzureichend bekämpfen.

Für Studenten aus den Emiraten bedeutet die Änderung, dass sie künftig nur noch auf eigene Kosten in Großbritannien studieren können. Im Jahr 2024 besuchten etwa 8.500 junge Menschen aus dem Golfstaat die britischen Hochschulen. Die Regierung der Emirate betont, dass sie den Schutz ihrer Bürger priorisiert – auch wenn dies bedeutet, von traditionellen Bildungspartnern abzurücken.

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