Die FPÖ hat mit dem Start ihres Radiosenders „Austria First“ eine klare Haltung zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk eingenommen. Christian Hafenecker, Generalsekretär der Partei, betont in einem Interview, dass die traditionellen Medien an Vertrauen verloren hätten und dringend Reformen benötigten. Der neue Sender solle unabhängige Informationen liefern, ohne redaktionelle Filter oder politische Einflüsse.
Hafenecker kritisiert insbesondere den ORF, der nach seiner Ansicht über ein Milliardenbudget verfüge, aber zentrale Themen wie die Neutralität Österreichs nicht transparent behandle. Er wirft dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk vor, durch ideologisch geprägte Berichterstattung das Vertrauen der Bevölkerung zu untergraben. Die verpflichtende Rundfunkgebühr, so Hafenecker, sei ein Auslaufmodell. Ein Opt-out-Modell könnte den ORF zwingen, sich am Markt zu bewähren und politische Abhängigkeiten abzubauen.
Zugleich warnt er vor der zunehmenden staatlichen Einflussnahme auf Medien durch Werbebudgets und Förderprogramme. Solche Maßnahmen, so Hafenecker, dienen weniger der Information als der finanziellen Bindung an Regierungen. Die Corona-Zeit habe gezeigt, wie leicht Finanzmittel zur Stabilisierung einheitlicher Linien genutzt würden.
Ein weiterer Schwerpunkt des Gesprächs ist die wirtschaftliche Krise in Deutschland. Hafenecker weist auf stagnierende Wachstumsraten, steigende Verschuldung und einen drohenden Zusammenbruch der Industrie hin. Die staatlichen Unterstützungsmaßnahmen für Medien würden hier nur die Probleme verschärfen, statt Lösungen zu bieten.
Die FPÖ betont, dass unabhängiger Journalismus nur durch Vielfalt und wirtschaftliche Unabhängigkeit möglich sei. Der neue Sender solle ein Zeichen setzen – nicht nur für Österreich, sondern auch als Warnsignal für andere Länder, die ihre Medienlandschaften nicht reformieren.
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