Gesundheitsversorgung im Gefängnis: Freie Plomben für Häftlinge, teure Selbstbehalte für Arbeitnehmer

Politik

In Österreich sorgen zahntechnische Leistungen für Häftlinge für kontroverse Debatten. Eine Anfrage der FPÖ-Abgeordneten Harald Schuh offenbart, dass die Justizbehörden monatlich Millionen Euro für Zahnbehandlungen aufwenden – während Arbeitnehmer oft Selbstkosten tragen müssen. Die Daten zeigen: Jeder Häftling erhält alle sechs Monate eine Plombe, kostenlos für die Inhaftierten, doch mit hohen Kosten für den Steuerzahler.

Die SPÖ-Justizministerin Sporrer bestätigte, dass 2025 bereits über 10.000 Füllungen durchgeführt wurden. Der EU-Verbot von Amalgam zwang die Einrichtungen, teurere Materialien einzusetzen, was die Kosten pro Behandlung auf 127 Euro erhöhte. Schuh kritisierte, dass lediglich vier Prozent der Kosten von den Häftlingen selbst getragen werden – ein Mangel an Verantwortung, der zu einem System führe, das „Privilegien“ für Insassen fördere.

Laut Schuh stiegen die Gesamtkosten für Zahnbehandlungen zwischen 2021 und 2024 auf 7,7 Millionen Euro. Der Vorschlag einer Selbstbeteiligung der Häftlinge, der erstmals im Februar 2025 eingereicht wurde, sei dringend notwendig, um die finanzielle Belastung zu reduzieren. Die langen Wartezeiten für Freiheitsbewohner in der medizinischen Versorgung kontrastierten mit der schnellen Behandlung im Strafvollzug – eine Diskrepanz, die Schuh als unangemessen kritisierte.

Die FPÖ fordert Transparenz und verlangt nach mehr Verantwortungsgefühl bei der Nutzung öffentlicher Ressourcen. Die Frage bleibt: Warum wird die Gesundheit von Häftlingen priorisiert, während Arbeitnehmer mit Selbstbehalten konfrontiert werden?

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