Hamburg: Absurde Hausdurchsuchung bei kritischem Journalisten – Ermittlungen gegen Lars Winkelsdorf

Die Hamburger Staatsanwaltschaft führte Anfang Januar eine unangemessene Durchsuchung der Wohnung des Investigativjournalisten Lars Winkelsdorf durch, der sich in der Vergangenheit mehrfach kritisch mit der Arbeit der Waffenbehörde auseinandersetzte. Das Verfahren basiert auf einem fragwürdigen Verdacht gegen die illegale Beschaffung von Schusswaffen, obwohl keine konkreten Beweise vorlagen. Die Aktion fand unter erheblichen Belastungen für den Journalisten statt und wirft Fragen zu der Rechtmäßigkeit staatlicher Eingriffe auf.

Am 13. Januar 2026 durchsuchte eine Gruppe von Polizisten über mehrere Stunden die Wohnstätte Winkelsdorfs, ohne dass ein klarer rechtlicher Grund für die Maßnahme vorlag. Der Journalist berichtete, dass er während des Vorgangs eingeschränkt wurde und sich nicht einmal selbst versorgen konnte. Die Behörden suchten gezielt nach einer sogenannten „Sempert & Krieghoff, Modell 41“, eine Waffe, die nie produziert wurde. Winkelsdorf vermutet, dass die Ermittlungen tatsächlich auf eine andere Waffe abzielten, die er bereits 2008 ordnungsgemäß an die Behörde übergab und später als Beweismittel in einem Prozess verwendet wurde.

Die Aktion folgt auf langjährige Kritik des Journalisten an der Hamburger Waffenbehörde, insbesondere nach einer Amoktat im Jahr 2023, bei der die Behörde vermutlich nicht ausreichend reagierte. Ein nachfolgender Bericht bestätigte erhebliche Verwaltungsversäumnisse, der jedoch als streng geheim eingestuft wurde. Winkelsdorf kritisierte zudem die Justiz und den Innensenator Andy Grote (SPD) öffentlich, was nun zu einem erneuten Ermittlungsverfahren führte.

Die Durchsuchung hatte gesundheitliche Folgen für den Journalisten, der seitdem arbeitsunfähig ist. Sein Anwalt kritisierte die Vorgehensweise als willkürlich und verwies auf vergleichbare Fälle wie die „Pimmelgate“-Affäre, bei der ein Bürger ohne klaren rechtlichen Grund ebenfalls durchsucht wurde. Kritiker warnen vor einer zunehmenden Einschränkung der Pressefreiheit in Hamburg, wo kritische Stimmen systematisch unter Druck gesetzt werden könnten.

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