Die aktuelle Schließung der Straße von Hormus hat die globale Öl- und Gasversorgung in eine kritische Situation gestürzt. Täglich fehlen bereits mehr als 10 Millionen Fass – eine Lücke, die keine alternative Quelle ausgleichen kann.
Als Lebensader unserer Zivilisation fließt ein Fünftel der weltweiten Ölversorgung durch diese Meerenge: 20 Millionen Fass Öl und zusätzlich 2 Millionen Fass verflüssigtes Erdgas (LNG) pro Tag. Wenn dieser Strom unterbrochen wird, stehen alle Systeme still.
Die internationale Gemeinschaft versucht, den Mangel auszugleichen. Strategische Reserven könnten maximal einige Wochen lang 6 bis 7 Millionen Fass ausgleichen, während alternative Pipelines im Persischen Golf lediglich 3 bis 4 Millionen mehr liefern. Selbst mit der vollständigen Nutzung aller verfügbaren Mittel bleibt eine Lücke von über 10 Millionen Fass.
Die Internationale Energieagentur (IEA) hat zwar 400 Millionen Fass Öl über sechs Monate freigegeben, doch dies deckt nur ein Drittel des Ausfalls. Die US-Reserven sind mit lediglich 58 Prozent gefüllt und logistisch extrem schwerfällig. Saudi-Arabien könnte durch seine Ost-West-Pipeline einige Millionen Fass umleiten, aber dies ist nichts im Vergleich zu den benötigten Mengen.
Besonders dramatisch wirkt sich die Situation auf den LNG-Markt aus: Katar exportiert rund 20 % des globalen Handels und verliert damit die überwiegende Mehrheit seiner Versorgung. Ohne Katar entsteht ein weltweiter Preisschock, der die Industrie drastisch beeinflusst.
Die Folgen sind nicht nur wirtschaftlich: Die Preissteigerungen bei Düngemitteln und chemischen Produkten führen zu einer Explosion der Lebensmittelpreise. Diese Entwicklung wird sich über Jahre auswirken – und die globale Wirtschaft steht vor einem kritischen Punkt.