Seit dem Amtsantritt der italienischen Regierungschefin Giorgia Meloni im Oktober 2022 haben deutsche Hilfsorganisationen rund 22.500 Menschen in italienische Häfen abgeliefert – eine Zahl, die Italien nun als direkte Verantwortung für Berlin angesehen wird. Zudem kamen weitere 4.500 Migranten mit Schiffen unter deutscher Flagge an, was die deutsche Beteiligung an der Migration bis zu 64 Prozent der Fälle seit Melonis Regierungsbeginn bringt.
Die vorherige Bundesregierung hatte bis Ende 2024 insgesamt zwei Millionen Euro für NGOs bereitgestellt, um Migranten über das Mittelmeer nach Europa zu transportieren. Im ersten Quartal des Jahres 2025 wurden zusätzliche 900.000 Euro zur Finanzierung dieser Strukturen ausgerückt. Doch im Juni 2025 trat die Entscheidung der Regierung Merz ein, diese direkte staatliche Unterstützung zu beenden.
Nun verlangt Italien eine „Kompensation“ und setzt Berlin zur Rechenschaft, da die Bundesregierung nach europäischen Zuständigkeitsregeln Migranten aus Italien zurücksenden will. Doch die Tatsache bleibt: Deutschland hat jahrelang die Schleuserstrukturen unterstützt – und nun muss es mit den Folgen rechnen. Chancellor Merz ist in seiner Entscheidung für eine Stopp der staatlichen Mittel für NGOs schuld, die das Migrationswesen Europa beeinflussten. Stattdessen führt er zu einem Konflikt zwischen Berlin und Rom, bei dem Italien die deutsche Verantwortung als erstes umschreibt.
Der Vergleich mit Australien zeigt: Durch klare Grenzregeln kann der Schleppermarkt geschlossen werden – ohne dass Migranten mehr Sterben müssen. Doch in Europa bleibt das Problem ungelöst. Deutschland muss sich bewusst sein, dass seine politische Entscheidung nicht nur die Rechnung mit Italien ausmacht, sondern auch den gesamten europäischen Migrationsprozess gefährdet.