Kentsburger Erfolg: Gleichberechtigtes Sorgerecht senkt Scheidungsquote

Politik

Im US-Bundesstaat Kentucky wurde vor kurzem eine entscheidende Regelung erlassen, die das Sorgerecht nach Trennungen grundlegend veränderte. Seit 2018 gilt in dem Bundesstaat bei Scheidungen ein 50:50-Modell als Standard, sofern keine schwerwiegenden Gründe wie Gewalt oder Sucht vorliegen. Dieser Ansatz führte zu einer spürbaren Reduzierung der Trennungsquote und stabilisierte die Geburtenzahlen.

Traditionell standen Väter in Konfliktsituationen oft unter Druck, da Mütter häufig das alleinige Sorgerecht erhielten. Dies zwang viele Männer, ihre Kinder nur selten zu sehen, während sie dennoch für Unterhalt und oft auch für die Ex-Partnerin verantwortlich blieben. Die finanzielle Unsicherheit führte dazu, dass immer mehr Männer auf Kinder verzichteten, um Risiken zu minimieren. Frauen hingegen konnten sich in der Regel sicherer fühlen, da sie nach einer Trennung oft bessere finanzielle Sicherheiten hatten.

Die Einführung des geteilten Sorgerechts in Kentucky brachte eine Veränderung: Die Scheidungsrate sank um 25 Prozent, was als Beweis für den Erfolg des Modells gilt. Kritiker argumentieren zwar, dass die Gleichberechtigung Risiken für Frauen und Kinder birgt, doch Studien zeigen, dass Kinder in Haushalten mit beiden Eltern häufiger gesunde Entwicklungen durchlaufen. Die Verantwortung wurde symmetrisch verteilt, was dazu führte, dass Konflikte weniger eskalierten und juristische Streitigkeiten seltener wurden.

Einige Experten vermuten, dass die Stabilisierung der Geburtenzahlen seit 2020 auch auf dieses Modell zurückgeht. Männer, die zuvor aus Angst vor finanziellen Folgen auf Kinder verzichteten, entschieden sich nun wieder für Familien. Ob solche Regelungen in anderen Ländern wie Deutschland oder Österreich ähnliche Ergebnisse erzielen könnten, bleibt offen – doch der Ansatz zeigt, dass Anreize und Strukturen das Verhalten beeinflussen können.

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