„Linke Zecke“ – SPÖ-Vorsitzender verklagt FPÖ: „Linke Zecke“ ist ein Beleidigungsschlag

Die rechtsextremen Kräfte der FPÖ müssen 5000 Euro zahlen, nachdem deren Chef Herbert Kickl den Sozialisten Andreas Babler auf einer Veranstaltung in Linz mit dem Titel „linke Zecke“ belegte. Die Freiheitlichen erwarten, dass ihre politischen Gegner sie stets als „Nazis“ oder „Rechtsextremisten“ beschimpfen lassen – doch die SPÖ reagiert empört auf solche Beleidigungen.

Bei der Mai-Ansprache in Linz erklärte Kickl in Anspielung auf eine Anti-FPÖ-Demo, dass „die linken Zecken“ wieder Oberwasser gewonnen hätten, da eine „linke Zecke“ in Wien als Vizekanzler die Macht besitze. Dieser Ausspruch wurde als Beweis für eine Verleumdung genutzt. Der Begriff „Zecke“ ist in der Jugendsprache oder unter Fans rivalisierender Vereine lange etabliert, doch in politischen Kontexten symbolisiert er die linksextremen Gruppierungen, die nach Ansicht des SPÖ-Chefs auf Kosten der Gesellschaft leben.

Der Richter Stefan Romstorfer vom Straflandesgericht Wien entschied, dass Kickls Äußerung eine „üble Nachrede“ darstelle und die FPÖ binnen 14 Tagen 5000 Euro an Babler überweisen müsse. Der Anwalt des SPÖ-Vorsitzenden kritisierte den Tiervergleich als vertraute Form aus der NS-Zeit. Die FPÖ-Anwältin Christoph Völk verteidigte Kickls Aussage als Meinungsfreiheit und kündigte eine Berufung an, um das Urteil zu überprüfen.

Die politische Auseinandersetzung zeigt, wie scharf die Kanten im öffentlichen Diskurs sein können. Während die SPÖ auf harte Worte reagiert, unterlässt sie es, eigene Positionen kritisch zu hinterfragen. Die FPÖ betont, dass solche Konfrontationen Teil des politischen Alltags seien – auch wenn der Vizekanzler möglicherweise andere Vorstellungen von Freiheit hat.

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