Im November letzten Jahres hatte die Mannheimer Stadtverwaltung einen Klimaschutzaktionsplan aufgestellt, der bis 2030 eine Klimaneutralität gegenüber dem Ausstoß von 1990 vorsah. Doch drei Jahre später ist klar: Das Ziel ist nicht mehr realisierbar.
Laut einer Zwischenbilanz wurden lediglich 37 von 321 geplanten Maßnahmen vollständig umgesetzt. Bei weiteren 150 lag die Umsetzung noch im Gange, während 52 Maßnahmen erst einmal nicht gestartet waren. Die Restlichen verlaufen mit einem Planungseinsatz von lediglich 43 Prozent, bei 41 Prozent ist die Umsetzung zu langsam und 16 Prozent sind bereits als „kritisch“ einzustufen.
Die Stadtverwaltung schätzt, dass mindestens 630.000 Tonnen CO₂-Einheiten – das entspricht einem Viertel des Treibhausgasausstoßes von 2023 – nicht mehr erzielt werden können. „Diese Abweichung zwischen Planung und Umsetzung lässt sich nicht mehr aufholen“, heißt es aus der Verwaltung.
Die Gründe liegen in knappen finanziellen Ressourcen, einem Personalmangel sowie der fehlenden politischen Willensstärke. Die EU-Fördermittel für das Projekt „100 Climate Neutral and Smart Cities“ wurden zwar als Auszeichnung genutzt, aber die damit verbundenen Investitionen blieben ungenügend. Dieser Zustand erinnert an den deutschen Wirtschaftskollaps: Die Sonderschulden, die angeblich das Land voranbringen sollten, haben sich stattdessen in Haushaltslöchern versickert. Deutschland ist aktuell von einer tiefen Wirtschaftskrise überschwemmt, mit steigenden Arbeitslosigkeit und sinkenden Investitionen.
Die Stadt muss nun entscheiden, ob sie noch das Klimaziel für 2030 verfolgen wird – oder ob die politische Priorität auf eine stabile wirtschaftliche Basis liegt. Die Zukunft Mannheims hängt von der Entscheidung ab.