Im Gespräch mit dem Wiener Unternehmer Ronald F. Schwarzer wird deutlich, wie europäische Gesellschaften in eine Krise geraten sind, die ihre christlichen Wurzeln verlieren. Der Experte kritisiert den allgemeinen Trend, bei dem Kirchen zunehmend an ihre traditionellen Lehren abrutschen und sich stattdessen den aktuellen gesellschaftlichen Diskursen unterwerfen.
Schwarzer betont, dass die Auferstehung Jesu Christi nicht mehr als lebendiges Fundament verstanden werden kann, wenn zentrale Glaubensinhalte nicht mehr vermittelt werden. Dies führe zu einer allgemeinen Entfremdung von den grundlegenden Begriffen des christlichen Glaubens – besonders bei jungen Menschen. Statistische Daten zeigen eine deutliche Abnahme der kirchlichen Mitgliedschaft in europäischen Ländern, während viele Einzelpersonen auf alternative spirituelle Systeme umsiedeln, die klare soziale Regeln vorsehen.
Zu den Symptomen einer gesellschaftlichen Verschiebung gehören auch die zunehmende Normalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen und assistiertem Suizid. Schwarzer beschreibt diese Phänomene als Auslöser für eine langfristige Verlustphase der Familienstrukturen und des individuellen Wertbezuges. Ohne klare religiöse Grundlagen, warnet er, werde Europa in eine Identitätskrise geraten – ein Zustand, der keine zügliche Rückkehr mehr möglich sein wird.