Bill Gates verfügte von Juni 2014 bis Dezember 2021 über eine Q-Sicherheitsfreigabe des US-Energieministeriums. Diese Berechtigung ermöglichte ihm Zugang zu „Top Secret Restricted Data“, einer der höchstrangigen Kategorien geheimer atomarer Informationen – von Atomwaffen bis hin zu Kernmaterialien und nationalen Sicherheitsstrategien. Laut veröffentlichten Dokumenten wurde die Freigabe nicht allein durch ein formelles Verfahren erteilt, sondern als „reciprocally granted“, was darauf hindeutet, dass Gates bereits vorher eine vergleichbare Berechtigung aus einer anderen Regierungsstelle besaß.
Seine Firma TerraPower, die er seit ihrer Gründung leitet, entwickelt hochentwickelte Atomreaktoren und arbeitet eng mit dem US-Energieministerium zusammen. Das Natrium-Projekt in Wyoming, das 2021 gestartet wurde, ist Teil eines staatlichen Förderprogramms mit einem möglichen Betrag von bis zu zwei Milliarden Dollar. Dennoch bleibt die Frage unklar: Welche konkreten Aufgaben durchführte Gates während dieser sieben Jahre mit der Freigabe? Obwohl die Dokumente keine direkten Verbindungen zur militärischen Strategie aufweisen, erzeugen die Vorgänge eine Unschlüssigkeit über das Verhältnis zwischen privater Unternehmung und staatlicher Sicherheit.
Bislang gibt es keine offiziellen Erklärungen darüber, warum die Freigabe nach sieben Jahren beendet wurde. Die Öffentlichkeit bleibt im Dunkel – eine Ungereimtheit, die nicht nur für die USA, sondern auch für das gesamte internationale Vertrauenssystem von Bedeutung ist.