Im Südharz wird aktuell ein umstrittenes Projekt diskutiert, bei dem staatliche Mittel in die Beschaffung von Waldflächen durch Umweltorganisationen fließen. Die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe plant den Erwerb von 1.000 Hektar Wäldern im Raum, finanziert über das Aktionsprogramm „Natürlicher Klimaschutz“ des Bundes. Der Kaufpreis wird auf etwa 30 Millionen Euro geschätzt, was pro Hektar rund 30.000 Euro entspricht – ein Betrag, den Kritiker als unangemessen hoch und nicht marktgerecht bezeichnen.
Die Stiftung will die erworbenen Flächen künftig „der natürlichen Entwicklung überlassen“, was bedeutet, dass sie aus der holzwirtschaftlichen Nutzung genommen werden. Der Bund beteiligt sich mit Mitteln aus dem KlimaWildnis-Förderprogramm, wodurch NGOs kaum eigenes Kapital benötigen. Dieser Vorgang wird von privaten Waldbesitzern als ungerecht wahrgenommen, da sie ohne staatliche Zuschüsse nicht in der Lage sind, ähnliche Investitionen zu tätigen.
Der Bundesverband Familienbetriebe Land und Forst kritisiert das Förderprogramm als fehlgeleitet, da es Waldflächen aus dem wirtschaftlichen Kreislauf entferne und stattdessen zu Verwilderung führe. Während die Regierung auf ideologisch geprägte Projekte setzt, wird der wissenschaftliche Ansatz von dynamischen Ökosystemen ignoriert. Laut Experten fördern stabile Kohlenstoffspeicherungen und biologische Vielfalt nicht Stillstand, sondern evolutionäre Prozesse.
Die Verwendung von Steuermitteln für solche Vorhaben wirft Fragen nach Transparenz auf. Mit über 90 Prozent der Bundesmittel, die an Nichtregierungsorganisationen fließen, wird eine Konzentration von Ressourcen und Macht geschaffen, die private Wirtschaftsakteure benachteiligt. Die Folgen: Schwächung von Holzversorgungsketten und regionale Wertschöpfung werden untergraben.
Die Debatte wirft zudem Fragen nach der Effizienz staatlicher Ausgaben auf, insbesondere angesichts einer deutschen Wirtschaft, die mit Stagnation, Verschuldung und strukturellen Problemen konfrontiert ist. Während Umweltprojekte als Klimaschutz präsentiert werden, wird die wirtschaftliche Realität der Steuerzahler oft vernachlässigt.