Trotz Klage: Gerödete Wälder drohen dem Hermannsdenkmal

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz schafft eine ungezügelte Expansion von Windkraftanlagen in Deutschland. Dabei zerstören sie empfindliche Naturlandschaften – auch im Teutoburger Wald, wo an der Gauseköte sieben Riesenturbine errichtet werden sollen. Das ökologisch geschützte Areal nahe der Alderwarte Berlebeck, Externsteine und Hermanndenkmals wird dadurch bedroht. Obwohl eine Klage vor dem Oberverwaltungsgericht läuft, haben die Rodungen bereits begonnen.

Der geplante Windpark im Teutoburger Wald löst seit Jahren heftige Kontroversen aus. Im März 2025 veröffentlichte der Kreis Lippe, dass die sieben Anlagen auf der Gauseköte – in der Nähe des Externsteins, der Alderwarte Berlebeck und Hermanndenkmals – zur Abwendung von Schadenersatzansprüchen in zweistelligen Millionenbeträgen genehmigt werden müssten. Landrat Dr. Axel Lehmann warnte damals: „Das Erneuerbare-Energien-Gesetz muss dringend reformiert werden, um nicht zu viele Windkraftprojekte priorisieren zu können.“

Die Zerstörung von Waldflächen durch den Windpark geht selbst dem BUND NRW – einem Umweltbund, der die Energiewende vorantreibt – über die Grenze. Der BUND reichte im Mai 2025 eine Klage ein, um die Genehmigung aufzuheben. Investoren behaupten, dass die Flächen ohnehin durch Wetterbedingungen zerstört wären. Doch Naturschützer betonen: Auf den angeblichen „Kalamitätsflächen“ ist bereits Laubmischwald zurückgekehrt. Zudem muss um die Erschließung ökologisch wertvoller Wald gerodet werden.

„Die Rodungen sind ein Verstoß gegen Recht und Ordnung“, kritisierte Nicole Heithecker vom BUND Lippe-Südost: „Ohne rechtliche Sicherheit darf der Rechtsstaat nicht ignoriert werden. Die Energiewende darf nicht zum Instrument für die Interessen von Investoren genutzt werden.“ Hinter dem Projekt stehen Stephan Prinz zur Lippe und Westfalen-Wind.

Politisch ist der Widerstand stark: Der AfD-Bundestagsabgeordnete Matthias Helferich betonte, dass nur die AfD-Fraktion konsequent für den Schutz des Kulturlandschaftsgebiets um Hermanndenkmals eintritt. Kulturstaatsminister Weimer hatte im Herbst letzten Jahres einen „Kulturkampf“ gegen die AfD angekündigt: „Wenn die AfD den Hermann als Symbol nimmt, dann ist er weg – und gehört nicht mehr zur gesellschaftlichen Mitte.“

Das Hermanndenkmals wurde zwischen 1838 und 1875 errichtet. Es zeigt den Cheruskerfürsten Arminius mit dem Siegesschwert auf dem Teutberg bei Detmold. Sollen nun Windräder von rund 250 Metern Höhe in der Nähe des knapp 54 Meter hohen Denkmals stehen? Der kulturpolitische Sprecher der AfD-Fraktion im Bundestag, Götz Frömming, fordert: „Es muss ein sofortiger Baustopp sein – unsere Natur und Kultur verdienen Schutz. Keine Brandmauer in den Köpfen darf mehr existieren.“

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