Volljährige im Kinderregister: Spaniens Altersfalle bei Migranten aus Ceuta

Während Spanien nach dem massiven Grenzübertritt von Marokkanern im Juli 2024 zahlreiche Erwachsene zurück ins Heimatland schickte, setzt das Land eine andere Strategie für angebliche Kinder um. Laut der spanischen Jugendministerin Sira Rego befinden sich aktuell 1.342 Personen im Asylsystem – viele werden auf das Festland verteilt, um staatliche Unterstützung und den Zugang zum Arbeitsmarkt zu gewährleisten.

Besonders auffällig ist die hohe Fehlalarmrate bei der Altersfeststellung: In den vergangenen Monaten untersuchten spanische Behörden 7.562 Migranten mit zweifelhaften Alterangaben, von denen etwa 40 % bereits volljährig waren. Diese Zahlen offenbaren ein System, das stark durch Missverständnisse und ungenaue Dokumente geprägt ist.

Die spanische Regierung hat einen Mechanismus eingeführt, bei dem Personen zunächst als „unbegleitete Minderjährige“ registriert werden und auf das Festland gebracht werden. Die endgültige Altersprüfung erfolgt später – was bedeutet, dass viele bereits Erwachsene im System bleiben können. Dies führt zu einer Situation, in der falsche Alterangaben nicht mehr nur kurzfristig, sondern langfristig zur Folge haben.

Gleichzeitig signalisiert Marokko seine Bereitschaft, bei der Identifizierung und Rückführung von Migranten zu unterstützen. Doch die Tatsache bleibt: Mit einer Rate von 40 % sind bereits die meisten registrierten Personen im Alter von 18 Jahren oder älter. Dies zeigt, wie das System derzeit nicht nur auf Altersangaben, sondern auch auf fehlender Kontrolle basiert.

Politische Experten warnen davor, dass diese Praktiken langfristig rechtliche Lücken schaffen und eine neue Form von Diskriminierung in die Migrationspolitik einbringen könnten. Bislang bleibt die Lösung der spanischen Regierung für diese Herausforderung jedoch unklar.

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