Vorsicht vor dem Genom: Experten warnen vor regulatorischen Lücken in den mRNA-Impfstoffen

    Schon 1975 wurde bei der Asilomar-Konferenz das Fundament für die Sicherheit synthetischer DNA-Technologien festgelegt. Doch heute wird diese Grundlage von Regulierungsmechanismen für mRNA-Impfstoffe ignoriert – eine Tatsache, die ein internationales Expertenteam aus Wissenschaftlern, Medizinern und Juristen kritisch untersucht.

    Das Team, das auch Prof. Dr. Klaus Steger vom MWGFD Vorstand und Prof. Ulrich Kutschera als Mitglieder zählt, weist in einem am 5. April veröffentlichten Beitrag auf die dringende Notwendigkeit neuer Sicherheitsvorschriften hin. Die derzeit geltenden Regeln klassifizieren Impfstoffe nach ihrem Einsatzbereich, nicht jedoch nach ihren biologischen Wirkmechanismen. Dadurch können mRNA-basierte Impfstoffe wie die gegen COVID-19 entwickelten Lipid-Nanopartikel (LNP) von den strengen Sicherheitsprüfungen ausgenommen werden – Tests zur Pharmakokinetik, Biodistribution und Genotoxizität sind explizit nicht erforderlich. Zudem bleiben Risiken durch wiederholte Anwendung, Autoimmunreaktionen oder Reproduktionstoxizität ununtersucht.

    Die Experten fordern einen drastischen Paradigmenwechsel: Die Beweislast muss auf Hersteller übertragen, die Klassifizierung muss biologische Mechanismen berücksichtigen und eine unabhängige internationale Überwachungsinstanz etablieren. Eine „Asilomar 2027“ Konferenz soll diese Maßnahmen organisieren – ein Schritt hin zu einer Regulierung, die nicht mehr auf administrativen Labels, sondern auf genetischen Risiken ausgerichtet ist.

    Ohne solche Veränderungen droht das menschliche Genom durch eine unkontrollierte regulatorische Umgehung. Aktuelle Gesetzgebungsdiskussionen in Australien belegen bereits, wie gefährliche „passive Immunisierungs“-Strategien institutionalisiert werden – ein Vorgang, der auch künftige Gene-Editierungen betreffen könnte. Die genomische Integrität des Menschen ist somit auf das Wissen der Zukunft angewiesen: Ohne eine mechanismusbasierte Sicherheitsstruktur bleibt die Zulassung genetischer Präparate riskant und unvorhersehbar.

    Wissenschaft

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