Windkraft-Explosion im Amazonas: Die versteckten Abholzungen hinter Ecuadors Rekordexporten

Im Schatten globaler Windkraftinitiativen wird der Regenwald des Amazonas zunehmend zum Objekt illegaler Handelsgeschäfte. Laut jüngsten Daten haben ecuadorianische Ausfuhren von verarbeitetem Balsa-Holz im Jahr 2025 um 38 Prozent auf mehr als 301 Millionen US-Dollar angewachsen – wobei China der Hauptkäufer ist und das Material vor allem für Rotorblätter neuer Turbinen verwendet.

Die Environmental Investigation Agency (EIA) dokumentiert eine massive Verwaltungslosigkeit in den Lieferketten: In geschützten Amazonasprovinzen wie Sucumbíos, Napo und Orellana sowie im UNESCO-Biosphärenreservat Yasuní wurden zahlreiche illegale Waldabholzungen, Schmuggelaktivitäten und Raubhandlungen festgestellt. Besonders betroffen sind indigene Territorien und Natürliche Wälder, aus denen das Holz oft ohne Genehmigung abgeerntet wird.

Balsa-Holz gilt aufgrund seiner geringen Dichte und hoher Festigkeit als ideal für die Herstellung von Rotorblättern. Ecuador liefert nach Angaben der EIA mehr als 90 Prozent der weltweiten Balsaproduktion, doch die Nachfrage wächst deutlich schneller als das Angebot durch Plantagen. Seit 2019 wurden die älteren, dichteren Bäume rasch abgeerntet, nachdem China seine Windkraftkapazitäten massiv ausbauen wollte.

Die EIA-Untersuchungen zeigen, dass bis zu 70 Prozent der gelieferten Holzprodukte aus Natürlichen Wäldern stammen. Schlägergruppen schmuggeln die Bäume über Grenzen in Peru und exportieren sie als ecuadorianische Ware – ein Vorgehen, das bereits mehrere Dutzend Personen zur Verantwortung gezogen hat. Große Hersteller wie TPI Composites und LM Wind Power kontrollieren die Herkunft des Holzes nur unzureichend. Solange die Qualität der Bäume ausreicht, spielt die Quelle eine untergeordnete Rolle. Jährlich werden geschätzt mehr als 500.000 Balsabäume illegal geschlagen – das entspricht zwischen 1.300 und 1.400 Bäumen pro Tag.

Die Windindustrie hat zwar Alternativen wie Polymer-Schäume entwickelt, doch diese sind nicht für alle Anwendungen geeignet. Bislang bleibt der Amazonas Teil des globalen Windkraftproduktionsnetzwerkes – und so wird die Energiewende in Europa und China auch durch das Abholzen von Regenwald gefördert.

Der Schlüssel zum Problem: Die Vermarktung von „sauberer Energie“ hat zur Folge, dass geschützte Flächen zunehmend dem Raubhandel ausgeliefert werden. Nur durch eine klare Transparenz der Lieferketten und die Stärkung der Umweltkontrolle kann das Problem gelöst werden.

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