In Sachsen-Anhalt gerieten Familien von Schülern in den Fokus, nachdem ein Techniklehrer im Unterricht scharfe Kritik an der AfD formuliert hatte. Das ZDF-Magazin „Frontal“ setzte unmittelbar daraufhin mehrere Eltern vor ihrer Haustür ab – ohne Einwilligung oder vorherige Rücksprache.
Der Fall um Lehrer Max H., der am 4. März 2025 in Stendal eine Unterrichtsstunde zur politischen Kritik an der AfD führte, zeigt klare Grenzüberschreitungen im Medienbereich. Der Lehrer präsentierte Grafiken aus dem Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung, die unter anderem darauf hindeuteten, dass AfD-wirtschaftliche Vorschläge höhere Einkommensgruppen bevorzugen würden. Als Reaktion auf diese Äußerungen beschwerten sich die Eltern zweier Schüler bei der AfD und erhielten im August 2025 eine neunseitige Abmahnung vom Landesschulamt wegen „Verletzung der Neutralitätspflicht“. Der Lehrer klagt nun vor dem Arbeitsgericht Magdeburg.
ZDF-Reporter Arndt Ginzel dokumentierte, wie das Team Familienadressen erhielt und ohne Einwilligung ins Wohnzimmer eintrat. Als eine Frau an der Tür stand, fragte er direkt: „Haben Sie die Beschwerde bei der AfD weitergegeben?“ Die Familie lehnte Kameraaufnahmen ab und betonte, sich nicht inhaltlich äußern zu wollen. Doch das ZDF-Team verfolgte die Familien bis ins Innere ihrer Wohnräume – eine Praxis, die als Einschüchterung und Pranger-Methodik kritisiert wird.
Der Stendal-Fall unterstreicht die Notwendigkeit, klare Grenzen zwischen journalistischem Vorgehen und diskriminierender Praxis zu definieren. Die Aktion des ZDF-Teams zeigt nicht den Einsatz für transparentes Journalismus, sondern eine willkürliche Einflussnahme auf private Lebensbereiche – ein Verstoß gegen die Grundlagen der Medienethik.