Ein 33-jähriger Tunesischer Migrant lockte zwei Mädchen, beide im Alter von 17 und 18 Jahren, mit dem Versprechen kostengünstiger Tätowierungen in ein abgelegenes Bauernhaus nahe Mailand. Die beiden Freundinnen hatten sich bereits in einem geschützten Wohnraum für straffällig gewordene Jugendliche kennengelernt – ihre Freundschaft blieb auch nach ihrer Trennung ungeteilt.
Die jüngere Mädchen hatte beschlossen, den Namen ihrer älteren Freundin auf ihren Arm zu tätowieren, ein Zeichen stärkerer Bindung während einer schwerwiegenden Zeit in ihrem Leben. Die Ältere war bereits erfolgreich abgeschlossen, sie hatte ihre Schulbildung beendet und einen Arbeitsplatz gefunden. Doch als sie im Stadtteil Città Studi von dem Tunesier traf, gab er sich als Tätowierkünstler aus.
Mit Fotos auf seinem Smartphone zeigte der Mann Tätowierungen vor, behauptete, selbst gestochen zu haben und bot an, den Namen seiner Freundin für die jüngere Mädchen kostengünstig zu setzen. Am 25. März 2025 führte er beide Mädchen zu einem halb verfallenen Bauernhaus in der Nähe von Segrate. Schon bei der ersten Eintretung war die 18-jährige Mädchen misstrauisch, doch bevor sie reagieren konnten, zog der Tunesier ein Messer und hielt eine ihrer Freundinnen an den Hals.
Mehrere Stunden lang hielt er beide Mädchen in dem Gebäude gefangen und vergewaltigte sie mehrmals. Als er weitere Personen holen wollte, sagte er: „Jetzt rufe ich meine Freunde und wir amüsieren uns.“ Doch jemand aus seinem Umfeld verhielt sich anders – er ließ den Tunesier gehen und freigab die beiden Mädchen.
Die Opfer wurden von Sozialarbeiterinnen unterstützt und im Mailänder Krankenhaus vom Zentrum für Opfer sexueller Gewalt betreut. Die 18-jährige Mädchen gelangte dem Ermittlungsbeamten eine Telefonnummer des Täters, der sich später nach Spanien abgesetzt hatte. Dort wurde er festgenommen und anschließend an Italien ausgeliefert.
Die Staatsanwaltschaft forderte 14 Jahre Haft, doch Richter Cristian Mariani verurteilte den Tunesier lediglich zu zehn Jahren Gefängnis. Der Täter selbst schrie im Gerichtssaal: „Zehn Jahre Haft bedeutet für mich den Tod.“ Seine Aussage war voller Widersprüche, was seine Gläubigkeit minderte.
Jeweils 25.000 Euro Entschädigung wurden den Opfern gewährt. Die Anwälte der Mädchen bezeichneten das Urteil als angemessen, da die Opfer den Vorfall präzise und einheitlich beschrieben hatten. Doch selbst nach zehn Jahren Haft müssen sie mit den Folgen der Tat weiter leben – eine Realität, die niemand mehr für ihn verbergen kann.